Kelag Logo - Link zur kelag.at Startseite

Energie­gemeinschaft

Entdecken Sie die Energiegemeinschaft, die zu Ihnen passt!

Was ist eine Energiegemeinschaft?

In einer Energiegemeinschaft schließen sich mehrere Personen zusammen, um gemeinsam Energie zu erzeugen und zu nutzen.

Bei Energiegemeinschaften wird zwischen Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen, Erneuerbaren-Energiegemeinschaften sowie Bürgerenergiegemeinschaften unterschieden. Erneuerbare-Energiegemeinschaften werden des Weiteren in lokale und regionale EEGs abgegrenzt.

Durch den Einsatz von Energiegemeinschaften wird Österreich unabhängiger von globalen Märkten und die Wertschöpfung bleibt in der Region. Ziel ist es der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft kostengünstige Elektrizität in hoher Qualität zur Verfügung zu stellen sowie die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und die Netz- und Versorgungssicherheit erhöhen und nachhaltig gewährleisten.

Was versteht man unter einer Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage?

GEA

Bei einer Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage schließen sich ebenfalls mehrere Akteure zusammen, jedoch müssen diese Eigentümer bzw. Mieter innerhalb einer Wohnanlage sein. Der jeweilige Stromerzeuger kann somit alle Mitglieder über die gemeinsame Hauptleitung der jeweiligen Wohnanlage versorgen.


Die teilnehmenden Berechtigten können einen Betreiber der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage bestimmen, der sich vertraglich zum Betrieb der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage für die teilnehmenden Berechtigten verpflichtet und dem Netzbetreiber angezeigt wird. Teil einer Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage dürfen juristische und natürliche Personen sowie Personengemeinschaften sein.


Da für den Direktstrom keine Netzentgelte, Abgaben oder Steuern verrechnet werden, entsteht neben den Förderungen für die Errichtung der Erzeugungsanlagen, somit ein weiterer finanzieller Vorteil.

Was versteht man unter einer Erneuerbaren Energiegemeinschaft?

EEG

In einer Erneuerbaren-Energiegemeinschaft schließen sich mehrere unterschiedliche Akteure zusammen und erzeugen über Grundstücksgrenzen hinweg gemeinsam erneuerbare Energie. Eine Erneuerbare-Energiegemeinschaft oder auch kurz EEG genannt, darf Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, nutzen, teilen, speichern sowie verkaufen. Der Hauptzweck einer EEG darf nicht im finanziellen Gewinn liegen, dies ist, soweit es sich nicht schon aus der Gesellschaftsform ergibt, in der Satzung festzuhalten.

Was versteht man unter einer Bürgerenergiegemeinschaft?

BEG

In einer Bürgerenergiegemeinschaft schließen sich mehrere unterschiedliche Akteure zusammen. Ziele einer Bürgerenergiegemeinschaft oder auch kurz BEG genannt, sind Erzeugung, Verbrauch, Speicherung, Verkauf und Aggregierung von elektrischer Energie. Hier handelt es sich nur um Strom, jedoch ist man nicht auf erneuerbare Quellen beschränkt. Der Hauptzweck einer BEG darf ebenfalls nicht im finanziellen Gewinn liegen, dies ist, soweit es sich nicht schon aus der Gesellschaftsform ergibt, in der Satzung festzuhalten.

Häufige Fragen und Antworten

Allgemeines zu Energiegemeinschaften

Eine EEG bringt sozialgemeinschaftliche, ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile mit sich. Einer der wichtigsten ist der sozialgemeinschaftliche Vorteil. Durch die Möglichkeit der Beteiligung von Privatpersonen, Gemeinden aber auch KMUs wird der sozialgemeinschaftliche Zusammenhalt gestärkt.
Zu den ökologischen Vorteilen zählt zum einen die Verringerung des CO2-Fußabdruckes der Mitglieder und somit auch des ganzen Landes. Des Weiteren wird durch die lokale Erzeugung von Energie ein neues Bewusstsein erschaffen und lange Übertragungswege der erzeugten Energie können vermieden werden.
Eine EEG bringt aber auch finanzielle Vorteile:

  • Reduzierte Netzentgelte
  • Entfall der EAG-Abgabe
  • Entfall der Elektrizitätsabgabe (nur bei PV-Strom)
  • Förderung von Erzeugungsanlagen

Ein weiterer Pluspunkt ist die Notstromversorgung. Denn im Falle eines Blackouts kann für alle Beteiligten zum Beispiel eine Notfall-Strominsel geschaffen werden, um die Zeit gemeinsam durchzustehen.

Eine BEG bringt sozialgemeinschaftliche, ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile mit sich. Einer der wichtigsten Vorteile ist der sozialgemeinschaftliche Vorteil. Durch die Möglichkeit der Beteiligung von Privatpersonen, Gemeinden aber auch Unternehmen wird der sozialgemeinschaftliche Zusammenhalt gestärkt.

Ein weiterer Vorteil der Bürgerenergiegemeinschaften ist, dass keine räumlichen Grenzen beachtet werden müssen, somit können sich Personen innerhalb ganz Österreichs zu einer BEG zusammenschließen, ohne Nahbereiche berücksichtigen zu müssen.

Wird zu wenig Strom für die Energiegemeinschaft produziert, können die Mitglieder der EEG oder BEG von ihrem jeweiligen Stromanbieter den Strom beziehen. Die Kelag ist weiterhin für Sie als Energielieferant tätig und beliefert Sie mit dem benötigten Strom, falls in der Energiegemeinschaft zu wenig erzeugt wird. Die Kelag ist auch Überschussabnehmer, denn falls zu viel Strom produziert wird, wird dieser von der Kelag mittels Einspeisetarif vergütet. Denn alle Mitglieder haben nach wie vor einen Stromliefervertrag mit einem Energieunternehmen ihrer Wahl sowie einen Netznutzungsvertrag.

Nein, dies ist nicht notwendig. Mitglieder können die Energie auch nur beziehen und müssen selbst keine erzeugen.

An einer EEG beteiligen dürfen sich:

  • Natürliche Personen
  • Gemeinden, Rechtsträger von Behörden in Bezug auf lokale Dienststellen
  • Klein- und Mittelbetriebe (KMU)
  • Sonstige juristische Personen

Nicht an einer EEG beteiligen, dürfen sich Großunternehmen und Unternehmen, dessen Teilnahme ihr beruflicher oder gewerblicher Hauptzweck ist. Des Weiteren dürfen Elektrizitäts- und Erdgasunternehmen sowie Erzeuger, die von Energieunternehmen kontrolliert werden, keine Mitglieder einer EEG sein.

Bei BEGs sind juristische Personen (Unternehmen) nicht auf das Segment der KMU eingeschränkt, somit können auch Großunternehmen Teil einer BEG sein. Des Weiteren dürfen Elektrizitätsversorgungsunternehmen ebenfalls teilnehmen, jedoch dürfen sie keinerlei Kontrollfunktion haben.

Gemeinschaftsfindung, Gründung & Voraussetzungen

Für die Gründung einer EEG oder BEG wird die Existenz einer Rechtsform, welche aus mindestens zwei Mitgliedern besteht, vorausgesetzt. Eine EEG oder BEG muss daher aus mindesten 2 Mitgliedern bzw. Gesellschaftern als Verein, Genossenschaft, Personen- oder Kapitalgesellschaft bestehen. Eine Grenze für die maximale Mitgliederanzahl gibt es nicht, aber es ist empfehlenswert die Anzahl der Mitglieder an die produzierte Energie anzupassen, damit sie auch sinnvoll genutzt werden kann. Daher ist zu achten, dass sowohl Erzeuger als auch Verbraucher als Mitglieder vorhanden sind. Grenzen gibt es nur hinsichtlich der netztechnischen Gegebenheiten.

Nach der Gründung der Rechtsform muss die EEG oder BEG auf der Informationsplattform der österreichischen Energiewirtschaft (www.ebutilities.at) registriert werden. Die Gemeinschaft erhält damit eine eindeutige Kennung, die sogenannte EC-Nummer (RCxxxxxx). Des Weiteren muss auch ein intelligentes Messgerät (Smart Meter inkl. Viertelstundenwerte) vorhanden sein.


Wichtig für EEG: Um herauszufinden, ob Teilnehmer in einem Nahbereich zueinanderstehen, muss man sich an den lokalen Netzbetreiber wenden. Die Kärnten Netz GmbH hat beispielsweise in ihrem Serviceportal bereits die Möglichkeit geschaffen, dass sich potenzielle Teilnehmer einer EEG selbst über ihre Lokal- und Regional-IDs informieren. Wenn die IDs bei den Teilnehmern identisch sind, können sie in dem entsprechenden Bereich, eine EEG bilden. Zusätzlich bietet die Kärnten Netz GmbH auf ihrer Website eine Visualisierung der lokalen und regionalen Nahbereiche an.


Der Nahbereich wird in Netzebenen unterteilt:

  • Bei Netzebene 6 und 7 (Niederspannungsnetz bis zur Trafostation) spricht man von dem lokalen Bereich
  • Wird die Netzebene 5 (inkl. Mittelspannungs-Sammelschiene im Umspannwerk) miteinbezogen, handelt es sich bereits um den regionalen Bereich

Nein, eine EEG muss immer innerhalb des Konzessionsgebiets eines einzelnen Netzbetreibers bleiben.

Ja, eine BEG kann sich über die Konzessionsgebiete mehrerer Netzbetreiber in Österreich erstrecken, da keine Beschränkung auf einzelne Netzbetreiber besteht.

Die Mitgliedschaft in einer EEG oder BEG ist immer entsprechend der organisatorischen und zivilrechtlichen Rahmenbedingungen der EEG oder BEG auszulegen. Diese werden durch die EEG oder BEG für ihre Mitglieder vorgegeben.

Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen Prozess, nachdem die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgen muss, somit gelten die Vorgaben der EEG oder BEG als Grundlage. Zu beachten ist aber, dass nach erfolgtem Beitritt zur EEG oder BEG, der neue Teilnehmer auch über die Marktplattformen registriert und aktiviert werden muss.

Anlageplanung, Errichtung, Finanzierung & Abrechnung

In Energiegemeinschaften können bestehende Erzeugungsanlagen eingebracht werden. Wenn sich die Gemeinschaft jedoch dazu entschließt, gemeinsam in eine neue erneuerbare Erzeugungsanlage zu investieren, sind dabei mehrere Punkte zu beachten:

  • Anlagenstandort und Technologie
  • Förderungen
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen

Neue Erzeugungsanlagen, die durch ein gemeinsames Investment in die Energiegemeinschaft eingebracht werden, sollten auf die gesamte Energiegemeinschaft optimiert ausgelegt werden.

Ja, der Eigenverbrauch kann weiterhin in der jeweiligen Erzeugungsanlage verwendet werden. Somit wird nur der überschüssige Strom der EEG oder BEG bereitgestellt. Für den Überschuss ist innerhalb der EEG oder BEG eine Vereinbarung hinsichtlich der Energievergütung zu treffen.

Bei der Stromaufteilung wird zwischen statischer und dynamischer Aufteilung unterschieden. Bei der statischen Aufteilung erfolgt die Zuordnung des erzeugten Stroms anhand eines fixen Anteils, der vorab vereinbart wurde. Bei der dynamischen Aufteilung erfolgt die Aufteilung anhand des jeweiligen Verbraucherverhaltens der Mitglieder. Eine Mischung zwischen statisch und dynamischer Aufteilung ist nicht möglich.

Die Strombezugs- sowie Einspeisetarife werden innerhalb der EEG oder BEG für ihre Mitglieder selbst festgelegt. Denkbare Möglichkeiten gibt es von der Verrechnung nach erzeugter und verbrauchter Kilowattstunde bis hin zu monatlichen Flatrates.

Ja, Sie bleiben weiterhin Eigentümer der Erzeugungsanlage. Sie teilen lediglich die erzeugte und nicht in ihrer Erzeugungsanlage benötigte Überschussenergie mit den restlichen Mitgliedern der EEG oder BEG. Hinsichtlich des Überschusses muss jedoch mit der EEG oder BEG eine zivilrechtliche Vereinbarung für die Betriebs- und Verfügungsgewalt abgeschlossen werden.

Als Energiegemeinschaft können sie die Finanzierung mittels Eigenkapital eines Teilnehmers vornehmen (= Erzeugungsanlage im Besitz desjenigen) oder aber auch die Erzeugungsanlage mittels Gemeinschaftskapital der Teilnehmer (Privathaushalte, Gemeinde, KMU etc.) finanzieren (= Erzeugungsanlage im Besitz der EEG oder BEG).


Hinweis: Die Betriebs- und Verfügungsgewalt des Überschussstroms muss jedoch mittels zivilrechtlicher Vereinbarung in der EEG oder BEG geregelt werden.

Contracting-Varianten sind prinzipiell möglich. Zusätzlich können sich Energiegemeinschaften hinsichtlich der Betriebsführung und Wartung eines Dritten (z. B. Dienstleister, Energieversorgungsunternehmen ua.) bedienen.

Die Kelag bietet ihnen auf Wunsch auch die Finanzierung ihrer Erzeugungsanlage mittels Contracting an.

Die KLIEN-Förderung kann von Privatpersonen als auch von juristischen Personen eingereicht werden. Pro Antrag werden maximal 50 kW einer Erzeugungsanlage gefördert. Die Förderung wird in Form eines einmaligen Investitionskostenzuschusses ausbezahlt. Für das Jahr 2022 gelten folgende Förderungen:

  • 250 Euro pro kWp für 0 kWp bis einschließlich 10 kWp
  • 200 Euro pro kWp für jedes weitere kWp über 10 kWp bis einschließlich 20 kWp
  • 150 Euro pro kWp für jedes weitere kWp über 20 kWp bis einschließlich 50 kWp

Für gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen gibt es einen Bonus in der Höhe von zusätzlich 100 Euro/kWp.
Die Impulsförderung von 480 € / kWp bis maximal 10 kWp gilt hingegen nur für Privatpersonen und nicht für Gewerbe. Es gibt aber eine eigene Photovoltaik-Förderung für Gewerbe aus dem Bereich Alternativenergieförderung, welche zusätzlich zur KLIEN-Förderung eingereicht werden kann. Die Förderung wird in Form eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Baukostenzuschusses in Höhe von 50% der anerkennbaren Investitionskosten unter Einbeziehung möglicher Landes-, Bundes- oder EU-Förderungen gewährt. Ausgenommen sind Zweckzuschüsse nach dem Kommunalinvestitionsgesetz. Die maximale Förderung beträgt 200 Euro / kWp Anlagenleistung. Nicht förderfähig sind Inselanlagen, Anlagen mit erhöhtem Einspeisetarif sowie gebrauchte Module. Die Alternativenergieförderungen beinhalten auch eine Förderung für die Speicheranlage. Gefördert werden stationäre Stromspeicher für die Eigenverbrauchsoptimierung von Photovoltaikanlagen. Ausgenommen von der Förderung sind Bleispeicher. Pro Standort werden maximal 10 kWh Nennkapazität mit jeweils 350 Euro / kWh gefördert.


Des Weiteren gibt es noch die sogenannte Marktprämie. Maximal 50% der innerhalb einer Energiegemeinschaft erzeugten und nicht verbrauchten erneuerbaren Strommenge können mittels Marktprämie gefördert werden. Für die von den Mitgliedern oder Gesellschaftern verbrauchten oder diesen zugeordneten Erzeugungsmengen gebührt keine Marktprämie. Die Marktprämie wird anhand des aktuellen Marktpreises berechnet [Quelle: ÖEM-AG.].

Laut Gesetzgeber hat die Energiegemeinschaft darüber hinaus Vereinbarungen zu treffen, die zumindest folgende Inhalte umfassen:

  • Datenverwaltung und Datenbearbeitung der Energiedaten der Erzeugungsanlagen und der Verbrauchsanlagen der teilnehmenden Netzbenutzer durch den Netzbetreiber
  • Betrieb, Erhaltung und Wartung der Erzeugungsanlagen sowie die Kostentragung
  • Haftung
  • allfällige Versicherungen

Sie haben noch offene Fragen?

Vereinbaren Sie sich einen Termin mit unseren Ansprechpartnern, um alle offenen Fragen zu klären.