energie aus Kärnten 2015/1 - page 7

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Das Speicherkraftwerk
Forstsee der Kelag ist als
erstes seiner Art in Kärnten
ein Stück Zeitgeschichte und
noch heute in Betrieb. Ein
Besuch lohnt sich!
D
as schaut aber nicht auswie
ein Kraftwerk“, meint Maja
als Familie Ogris das See-
grundstück in Techelsberg
zwischen Velden und Pörtschach betritt.
Hier steht das älteste Speicherkraftwerk
Kärntens. Tatsächlich gleicht das Krafthaus
Forstsee eher einer großen Villa als einem
Kraftwerk. Geplant wurde es vom bedeu-
tendsten Vertreter der „Wörthersee-Archi-
tektur“ Franz Eduard Josef Baumgartner,
geboren 1876 inWien. Als Architekt mach-
te sich Baumgartner einen Namen mit
seinen Wohnbauten, Einfamilienhäusern,
Villen und Hotels, die überwiegend in Vel-
den und Pörtschach entstanden. Von 1929
bis 1937 war er auch Direktor der Höheren
Technischen Bundeslehranstalt in Villach.
Das Kraftwerk Forstsee steht seit 1995 un-
ter Denkmalschutz. Im September 1998,
zu seinem 75-Jahr-Jubiläum, hat die Kelag
das parkähnliche Grundstück und die Ju-
gendstilvilla am Wörthersee öffentlich zu-
gänglich gemacht.
Im Schau-Kraftwerk können sich interes-
sierte Besucher über die Anlagen und die
Bedeutung des elektrischen Stroms infor-
mieren.„Wasser als Energiequelle wird seit
dem Mittelalter genutzt – für das Mahlen
von Getreide und in Hammerwerken für
die Eisen- und Stahlproduktion. Die Kraft
des Wassers ersetzte die Muskelkraft“, lei-
tet Werner Watzenig von der Kelag seine
Führung durch die Anlage ein. Ihr Herz-
stück ist die Pelton-Zwillings-Turbine mit
einer Leistung von 2,4 Megawatt. Sie ist seit
1937 im Einsatz und heute noch erzeugt sie
Schau-Kraftwerk Forstsee
FOTOS
Gernot Gleiss
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