energie aus Kärnten 2015/1 - page 26

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energie
aus Kärnten
Kelag-Kunde im Portrait
und trinkt ein gescheites
Bier!‘ Und wenn ein Brau-
meister für sich selbst im
Kleinen Bier braut, kann
man sich vorstellen, dass
da nur die besten Rohstof-
fe drinnen sind. Zeit spielt
keine Rolle, Geld spielt kei-
ne Rolle – und das Ergeb-
nis schmeckt genial. Dann
sind wir dort gestanden
und haben uns gedacht,
es ist eigentlich komisch,
dass es bei einem Produkt,
das man oft trinkt, ohne
sich Gedanken darüber
zu machen, tatsächlich so
große Unterschiede gibt.“
Der gedankliche Hopfenkeimling war also gesät. Das
Allerwichtigste, um gutes Bier zu machen – und das
gab ihnen Kulmitzer mit auf den Weg –, fehlte ihnen
aber noch: das richtige Wasser. Nur sehr weiche Wäs-
ser sind zum Bierbrauen geeignet, was die Suche im
kalksteinigen Kärnten einigermaßen schwierig mach-
te. Die Lemisch-Quelle wurde mehr oder weniger
durch Zufall auf einer Fahrradtour entdeckt. Ihr amt-
liches Untersuchungszeugnis lag beim Wimitzwirt
auf, schräg gegenüber des alten Lemisch-Sägewerks,
wo heute die Brauerei steht. „Harald und ich waren
dann mit unseren Familien auf Skiurlaub auf der Tur-
rach und stehen in der Küche. Ich schneide Zwiebel,
er Tomaten fürs Sugo und fragt:‚Machen wir jetzt eine
Brauerei oder machen wir keine?‘ Das war quasi der
Startschuss“, erinnert sich Habich. Gemeinsam mit
Maschinenbauer Josef Jost und Erich Eibensteiner,
Chef der Abwasserwirtschaft in St. Veit, gründete man
dasWimitzbräu.„Keiner von uns hat gewusst, wie man
Bier macht“, blickt Habich zurück, „aber unser Wasser
war perfekt.“ Und das Wasser bzw. die Schüttung der
Lemisch-Quelle ist es auch, die das maximale Produk-
tionsvolumen von 900.000 Litern Bier im Jahr vorgibt.
Flächenmäßig ist die Brauerei bereits dafür gebaut.
„Heuer werden wir rund die Hälfte der Kapazität er-
reichen. Produktion und Absatz müssen im Gleichge-
wicht sein. Das zweite Stück des Weges wird definitiv
schwieriger, da unser Verkaufsradius von 45 Minuten
Wegstrecke bereits gut bedient ist. Aber wenn wir in
sechs Jahren ab heute das Maximum erreichen, haben
alle einen verdammt guten Job gemacht.“
Beim Gang durch die moderne Brauerei wird das Cre-
do des Unternehmens augenscheinlich. Hier wird Bier
gebraut, wie es vor Jahrhunderten schon gemacht
wurde. Ohne Pasteurisierung und Kurzzeiterhitzung,
mit unbehandelten Rohstoffen aus biologischem An-
bau.„Das Bio-Siegel am Etikett ist extra klein gehalten.
Wer es finden will, findet es schon“, erklärt Habich ein
Detail der Vertriebsstrategie, zu der auch das Corpora-
te Design von Robert Rottensteiner gehört. Der Mit-
begründer des Red Bull Media House und Gestalter
u. a. der „Toro Rosso“-Formel-1-Wägen oder des Looks
des Projekts Spielberg lebt in der Gegend und hat das
Erweckungserlebnis der Wimitzbräu-Gründer illust-
riert: Ein Reiter mit dem Bier in der Hand auf seinem
Ritt durch das Tal der Gesetzlosen.
„Keiner
von uns
hat
gewusst,
wie man
Bier
macht.“
Sehr weiches,
kohlensäure­
reduziertes Biobier
Alkohol:
5,1% vol. alc
Stammwürze:
11,8 ° Plato
Leichtes Bio-
Hefeweizenbier
Alkohol:
4,0% vol. alc
Stammwürze:
9,5 ° Plato
Malzbetontes
mahagonifarbenes
Biobier
Alkohol:
5,3% vol. alc
Stammwürze:
12,8 ° Plato
Wimitzer
Weizen
Wimitzer
Märzen
Wimitzer
Lemisch
Wimitzbräu-Facts
Gegründet:
2011
Produktion:
3.000 Hektoliter im Jahr 2014
Abfüllung:
0,5 Liter- und 0,3 Liter-
Flaschen, Spezialbiere (zeitlich begrenzt)
wie „Keltischer Sonnwendbock“ auch in
0,75 Liter-Flaschen; in Gastwirtschaften
vom Fass
Rampenverkauf:
Mo–Do: 8.00–16.00 Uhr
Fr: 8.00–13.00 Uhr
Wimitzbräu GmbH
Wimitz 7, 9311 Kraig
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