energie aus Kärnten 2015/1 - page 25

bräu“, und gleich dahinter ein heller Neubau, geduckt
zwischen Straße und Wimitzbach. „Das Areal und die
Wasserrechte haben wir der Familie Lemisch abge-
kauft. Erst ab diesem Zeitpunkt war die Umsetzung
des Projekts Brauerei überhaupt möglich“, erzählt
Josef Habich, Teilhaber, Geschäftsführer und„Frontman“
desWimitzbräu in der holzgetäfelten Schankstube.
Wenn er über sein Unternehmen spricht, erkennt man
schnell die Leidenschaft und Energie, mit welcher der
studierte Betriebswirt bei der Sache ist. Die Idee, ein
eigenes chemisch unverfälschtes Bier zu brauen, ent-
stand 2009, als Habich mit seinem Freund, dem St. Vei-
ter plastischen Chirurg Harald Moshammer nach ei-
nemWeitwanderritt bei Andreas Kulmitzer vorbeikam.
Kulmitzer war Braumeister bei Hirter und Stiegl und
braute bei sich zuhause Bier für den Eigenbedarf. „Er
hat gesagt: ‚Ihr schaut müde aus. Steigt ab vom Pferd
R
ebellen und Aufwiegler
durften vor einigen Jahr-
hunderten noch mit der To-
desstrafe rechnen. Wenn sie
Glück hatten, wurden sie statt geköpft le-
diglich verbannt – in einen Graben weitab
vom Schuss, dem Wimitztal. Kein anstän-
diger Bürger verirrte sich hierher, die ört-
liche Gendarmerie erst recht nicht. Heute
genießen die Ruhe der Abgeschiedenheit
Menschen wie Hannes Jagerhofer oder
Red­-Bull-Media-Mitbegründer
Robert
Rottensteiner auf ihren Anwesen. Und tat-
sächlich hat man auf der Fahrt von St. Veit
an der Glan durch Kraig in Richtung Tal-
sperre das Gefühl, da kommt nicht mehr
viel: links unten Bach, rechts Berg. Irrtum,
plötzlich ein Schild, auf dem steht„Wimitz-
DAS BIER
aus dem Tal der
GESETZ-
LOSEN
Das Wimitzbräu ist die jüngste und mittlerweile zweitgrößte
Privatbrauerei Kärntens. Gründer Josef Habich erzählt die au-
ßergewöhnliche Geschichte von zwei Freunden, die als Betriebs-
wirt und Chirurg losritten und als Bierbrauer zurückkehrten.
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Kelag-Kunde im Portrait
FOTOS
Gernot Gleiss
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