energie aus Kärnten 2015/1 - page 22

REVOLUTION IM
ZÄHLER-
KASTEN
Wie funktioniert der Smart Meter?
Der neue Stromzähler ähnelt einem klei-
nen PC mit Display. Er verfügt über eine
Kommunikationsanbindung und kann
dabei sowohl Daten empfangen, als auch
an den Netzbetreiber senden. Er misst und
speichert den Energieverbrauch im Inter-
vall von 15 Minuten.
Welchen Mehrwert bringt Smart Metering
für die Stromkunden?
Die einmal täglich gesendeten Ver-
brauchswerte können vomKunden bereits
am Folgetag über ein eigenes Web-Portal
eingesehen werden – mit einem vom Kun-
den zusätzlich installierten Display sogar
in Echtzeit wie mit einem Liveticker. Zu-
sätzlich erhält der Kunde mit dem neuen
System von seinem Energieanbieter nicht
nur die Jahresrechnung, sondern auch
eine monatliche Kosten- und Verbrauchs-
information.
Kurz gesagt: mehr Übersicht ...
Genau. Bisher gab es als Jahresverbrauch
lediglich eine Zahl. Die viertelstündliche
Messung macht jetzt auch eine Energie-
beratung viel effizienter. Stromfresser
können schneller identifiziert und Gegen-
maßnahmen gesetzt werden. Auch die
Messung von Eigenstromerzeugung – z. B.
durch eine Fotovoltaik-Anlage – wird ein-
facher. Und der Netzbetreiber muss zum
Ablesen des Zählerstandes nicht mehr ins
Haus kommen.
... und mehr Komfort, aber was geschieht
mit den gesammelten Daten?
Es werden nur jene Daten übertragen, die
für die Rechnungslegung und Verbrauchs-
information der Kundenanlage erforder-
lich sind. Die Weitergabe der Daten durch
den Netzbetreiber erfolgt – wie bisher –
ausschließlich an den jeweiligen Energie-
lieferanten und auf Basis der gesetzlichen
Vorgaben.
Wann werden die Smart Meter in Kärnten
eingeführt?
Mit dem Einbau der elektronischen Zäh-
ler werden wir voraussichtlich im zweiten
Quartal 2016 beginnen. In Villach läuft
bereits ein Pilotprojekt mit ausgezeichne-
tem Erfolg. Natürlich informieren wir je-
den Kunden persönlich per Brief über alle
Rahmenbedingungen, bevor es so weit ist.
Der neue elektronische Stromzähler wird
innerhalb weniger Minuten anstelle des
alten Zählers installiert, weitere Umbauten
sind in der Regel nicht notwenig.
Vielen Dank für das Interview!
Smart Metering macht es in
Zukunft einfacher, Strom-
kosten zu sparen. Ein öster-
reichweiter Experte für die
neue Technologie ist Gerald
Obernosterer, Smart Metering-
Projektleiter der KNG-Kärn-
ten Netz GmbH. Er kennt die
Vorteile genau.
D
ie Zeit, in der wir leben,
ist geprägt von Techno-
logiesprüngen aller Art:
Spracherkennung
statt
Wählscheibe, mobiles Internet und Apps,
die das Leben leichter machen. Gestern
kritisch beäugt, heute geliebt und mor-
gen ganz normal. So könnte man viele
Erfindungen und Entwicklungen auf den
Punkt bringen. Der nächste zukunftswei-
sende Technologiesprung steht unseren
Zählerkästen bevor. Smart Meter, die intel-
ligenten elektronischen Stromzähler, sind
dazu imstande, ein Umdenken unseres
Verbrauchsverhaltens zu erreichen, meint
Gerald Obernosterer, der die neue Techno-
logie von der Stunde Null an kennt.
Herr Obernosterer, warum muss man sich
innerhalb der nächsten Jahre von seinem
alten Stromzähler verabschieden?
Im Jahr 2009 haben alle EU-Staaten ge-
meinsam beschlossen, dass intelligente
Messgeräte, also Smart Meter, bis 2020
eingeführt werden, um langfristig den
Energieverbrauch zu senken. In Österreich
wurde vom Gesetzgeber festgelegt, dass
bis Ende 2019 mindestens 95% aller Zähl-
punkte mit dieser Technologie ausgestat-
tet werden müssen.
„Unsere Indus-
triekunden sowie
rund 2.000 unserer
Haushaltskunden
nutzen bereits die
neue Smart-Mete-
ring-Technologie.“
Gerald Obernosterer
Smart Metering-Projektleiter
der KNG-Kärnten Netz GmbH
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energie
aus Kärnten
FOTOS
Daniel Waschnig Photography, Shutterstock
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