Page 56 - Nachhaltigkeitsmagazin 2020
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Region und Gesellschaft                                                                                               Nachhaltigkeitsmagazin 2020











             nen vor, mit der niemand wirklich etwas anfangen kann. So   In der Betrachtung der Ergebnisse fällt auf, dass die       skalieren. Wir sind aus meiner Sicht an einem entscheidenden   sprechpersonen genannt haben. Das passiert in vergleichba-
             funktioniert Beziehungsarbeit nicht, denn sie erfordert einen   Verbindungen zwischen Personen, Unternehmen und         Wendepunkt: Die Ära der unter  nanzierten Pilotprojekte, die   ren Studien nicht in diesem Ausmaß. Die Kelag hat sich o  en-
             hohen persönlichen Einsatz.                      Themen als Netzwerke sichtbar werden.                                  in der Schublade landen, ist vorbei.            sichtlich in den vergangenen drei Jahren bei neuen, anderen
                                                              Das ist richtig, denn unsere Analysen   ltern nicht nur Perso-                                                         und zusätzlichen Stakeholdergruppen Reputation erarbeitet.
             Die von uns erhobenen Nennungen sind quali  zierte Nen-  nen heraus, sondern auch, welche Inhalte diesen Personen       Die Forderung, etwas zu tun, ist schnell aufgestellt. Aber
             nungen, die die sozialen Statuszuschreibungen durch die   wichtig sind. Wir erkennen eindeutige Themencluster. Der      kann man aus der Studie auch etwas über die tatsächliche   Mit den Analysen wurde eine Basis gescha  en. Was wäre
             Communities wiedergeben. Der entscheidende Vorteil unse-  Kelag-Untersuchung lag ja eine ganz konkrete Fragestellung    Bereitschaft der Stakeholder herauslesen, ein Stück des   nun der sinnvolle nächste Schritt?
             rer Methode liegt darin, jene Handvoll Personen zu kennen,   zugrunde: „Angenommen die Kelag würde einen Klima- und     Weges gemeinsam mit der Kelag zu gehen?         Der nächste Schritt lautet immer: Gruppen bilden. Warum?
             mit denen e   ziente und wirkungsvolle Beziehungsarbeit   Energiedialog starten. Wer sollte an so einer Initiative teilneh-  Man kann aus den Eckdaten der Studie – nämlich an der   Weil sich die Akteure gegenseitig sehen und erkennen, wer
             möglich wird und zielführend ist – das spart Zeit, Energie und   men und welche Themen und Herausforderungen müssten    Beteiligungsquote von 96 % und an der überdurchschnittlich   aller sonst noch an Bord ist, das wertet die Gruppe auf. Kon-
             Ressourcen.                                      dabei besprochen werden?“                                              hohen Anzahl an Nennungen – auf jeden Fall eine starke Mo-  kret wäre es einmal die Implementierung eines sogenannten
                                                                                                                                     tivation der Befragten erkennen. Das hat sich auch in unseren   Situation Rooms, in dem die identi  zierten Schlüsselspieler
             Bleiben wir kurz bei dieser Handvoll Personen, die Sie   Dabei wurde ein Themenbereich sichtbar, der aller Voraus-      qualitativen Interviews laufend bestätigt. Es war spürbar, dass   gemeinsam mit der Kelag Lagebilder erarbeiten.
             auch als „Schlüsselspieler“ bezeichnen. Was zeichnet   sicht ohne die Erhebung nicht in den Fokus gerückt wäre: Wie     es ein massives Bedürfnis an Lösungen für den Wandel gibt.
             diese Menschen aus?                              kann die systemische Integration und Interaktion der Ener-             Wenn dann noch ein Unternehmen wie die Kelag vorhanden   Dabei handelt es sich um halbtägige Workshops, die man
             Es geht nicht ausschließlich darum, wie oft jemand genannt   gie-, Mobilitäts- und Informationsströme gelingen? Und zwar   ist, das auf stabile Art und Weise den Transformationspro-  zwischenzeitlich sowohl analog als auch virtuell durchführen
             wird, sondern auch wie zentral einzelne Personen im Netz-  in ihrer konkreten Umsetzung. In diesem Zusammenhang         zess gestaltet, dann will ich dieses Unternehmen als Partner   kann. Anhand dieser Lagebilder werden im Workshop Projek-
             werk sind. Darunter versteht man unter anderem, wie stark   wurde die Frage wesentlich, wie man die Kelag als Pionier   haben.                                          te de  niert, die man umsetzt. Wir haben dafür spezielle Soft-
             eine Person selbst in einem Netzwerk eingebettet ist und   positionieren kann und wie Kärnten zu jenem Bundesland                                                       warelösungen entwickelt. Diese Methode ist viel günstiger,
             über welche Integrationsfähigkeit sie verfügt. Dann sehen wir   wird, in dem diese sogenannten „hybriden Netze“ Wirklichkeit   Ebenso wird der Kelag die Fähigkeit zur Umsetzung zuge-  e   zienter und e  ektiver als jede Tagung.   >|
             uns an, welche Personen von unterschiedlichen Stakeholder-  werden. Das wurde von den Stakeholdern aufgebracht und ist   schrieben, allerdings immer in Verbindung mit dem Umfeld.
             gruppen genannt werden, weil man daraus schließen kann,   ein zentrales Ergebnis der Studie.                            Für Alleingänge sind die Herausforderungen zu groß – es
             wie stark jemand zwischen unterschiedlichen Stakeholder-                                                                braucht die Skalengrößen und den politischen Hebel, also die
             gruppen als Makler fungieren kann. Schließlich tritt als dritte   Kann man schlussfolgern, dass es mehr Veranstaltungen   regulatorische und normative Einbettung der Umgestaltung.   Eckdaten der Studie:
             Dimension dann noch die Rollenzuschreibung dazu – also   zu den Themenfeldern braucht, um das Bewusstsein für
             ob jemand als Entscheider, Marktkenner, Technologieexperte   die drängenden Fragen zu schärfen?                         Unsere Gesellschaft verändert sich dynamisch. Wie lange   123   Personen wurden kontaktiert
             oder Multiplikator wahrgenommen wird.            Nein, klassische Veranstaltungen gibt es im Über  uss, der             sind diese Stakeholderanalysen aussagekräftig?     115   Interviews wurden geführt
                                                              Bedarf ist gesättigt und dafür fehlt die Zeit. Wir verfolgen           Die Haltbarkeit unserer Studien liegt in einem mittleren Zeit-  96 %  Beteiligungsquote
             Daraus ergibt sich ein Schlüsselspielerindex, der die wesent-  einen Ansatz des Stakeholderengagements, bei dem sich die   horizont, das bedeutet bei drei bis fünf Jahren. Status und   332   Institutionen im Netzwerk
             lichen Aspekte für die idealen Partner der Kelag beschreibt.   Akteure als Weggefährten begreifen. Es geht um die Entwick-  Anerkennung erhält man nicht von heute auf morgen, solche   467   Personen im Netzwerk
             Diese Personen sind in der eigenen Community äußerst an-  lung von gemeinsamen Lagebildern, dem Erkennen ge-            Zuschreibungen werden erarbeitet und brauchen soziale Zeit.   6,9     durchschnittlich nominierte
             erkannt, genießen hohe Reputation in anderen Communities   meinsamer Herausforderungen – von der Digitalisierung über   Was die Entscheidungsmacht anlangt, haben natürlich Wah-  Personen/Organisationen
             und verfügen über Kompetenzen in unterschiedlichen Rollen.   den Klimawandel bis hin zu COVID-19 – und das Erarbeiten   len eine stärkere Auswirkung. In den Business-to-Business-
             Diese Personen haben den höchsten In  uencere  ekt und   von Lösungen in Projekten und darum, diese konsequent zu       bzw. Business-to-Government-Bereichen ist die Kontinuität
             strahlen weit über die eigene Gruppe aus.                                                                               ausgeprägter.

                                                                                                                                     Drei Jahre ist aber auch die Zeit, die es aller Erfahrung nach
                                                                                                                                     braucht, um Beziehungen aufzubauen und um Positionen im
                                       „BEZIEHUNGSARBEIT                                                                             Netzwerk substanziell zu verändern.

                                                ERFORDERT                                                                            Wenn man die vergangenen drei Jahre hernimmt,
                                                                                                                                     zwischen der ersten im Jahr 2016 und der aktuellen
                                              EINEN HOHEN                                                                            Kelag-Analyse im Jahr 2019, was hat sich da signi  kant

                                             PERSÖNLICHEN                                                                            verändert?
                                                                                                                                     Interessanterweise ist die Kelag stärker in das Zentrum des
                                                   EINSATZ.“                                                                         Netzwerks gerückt. Das ergab sich daraus, dass die Befragten
                                                                                                                                     überdurchschnittlich oft Kelag-Mitarbeiter als wichtige An-












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