Page 39 - Nachhaltigkeitsmagazin 2020
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Produkte und Innovationen                         Nachhaltigkeitsmagazin 2020






 Mobilität






 neu                                                             PARTNER IN DIESEM
                                                                 „DIE KELAG IST ALS


                                                                     PROJEKT AKTIV
 denken  Der Ausbau der E-Mobilitätsinfrastruktur in             UND LEISTET EINEN
 Städten hat großes Potenzial, zu einer umwelt-
 freundlicheren Form der Mobilität auf lokaler
                                                                       WERTVOLLEN
 Ebene beizutragen. Die Kelag ist Teil des EU-For-
 schungsprojekts „STEVE“, das sich dem umwelt-                     BEITRAG FÜR DEN
 freundlichen Stadtverkehr der Zukunft widmet.
 |                                                                PROJEKTERFOLG.“

                                                                              Christina Strasser
 arkplätze in Städten sind rar und häu  g mit länge-                        Projektleiterin der Kelag
 ren Fußwegen verbunden. Zudem kommt es durch
 das hohe Verkehrsaufkommen in den Ballungs-
 P zentren häu  g zu Staus, die eine große Belastung
 für Luft und Umwelt zur Folge haben. Besonders im urbanen
 Raum gewinnen deshalb E-Leichtfahrzeuge, Elektromotor-  Martin Ernst, Techniker Betrieb E-Ladeinfrastruktur und Christina Strasser,
 räder oder E-Bikes als Alternativen zu fossil betriebenen Trans-  Business Development, bringen ihr Fachwissen in das Projekt ein.
 portmitteln immer mehr an Bedeutung.

 Verknüpfung verschiedenster Mobilitätsangebote  Umweltfreundlicher Stadtverkehr mit „STEVE“
 Heute ist es notwendig, für die Fahrt mit einem ö  entlichen   Vor diesem Hintergrund startete im Jahr 2017 mit dreijähriger   beteiligt war. Darin geht es vor allem um Handlungsalternati-
 Verkehrsmittel, egal ob Bahn, Bus oder Leihfahrrad, ein   Laufzeit das von der EU   nanzierte Projekt „STEVE“ (Smart-  ven und die Einbindung von Stadtgemeinden in der Etablie-
 einzelnes Ticket über die Plattform des jeweiligen Anbieters   Taylored L-category Electric Vehicle demonstration in hEtero-  rung verschiedener Mobilitätskonzepte im urbanen Raum.
 zu kaufen. Werden aber die individuellen Bedürfnisse der   geneous urban use cases). In diesem Projekt erforschen die   Auch die Bedeutung von Energieversorgungsunternehmen
 Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt gestellt, könnte sich   Kelag und Partner aus Finnland, Italien, Österreich, Spanien,   im Bereich E-Ladeinfrastruktur ist ein zentrales Thema“,
 die Mobilität der Zukunft mit maßgeschneiderten Mobili-  Großbritannien, Slowenien und Deutschland neue Mobili-  erklärt Strasser.
 tätslösungen und einer intelligenten Infrastruktur grund-  tätskonzepte für kleinere Städte. In den vier Städten Villach,
 legend verändern. Genau darum geht es auch beim Ansatz   Turin, Venaria und Calvià wird der Einsatz von E-Bike- und   E-Mobilität im Kelag-Konzern
 von „Mobility as a Service“ (MaaS), bei dem unterschiedliche   E-Car-Sharing erprobt. Dafür wurden neue elektrisch be-  Als nachhaltigem, umweltbewusstem Unternehmen ist es der
 Transportmöglichkeiten zu einem multimodalen Service   triebene Leichtfahrzeuge konzipiert, die für die Testphase zur   Kelag ein großes Anliegen, im Sinne einer e-mobilen Zukunft
 gebündelt werden. Dies erfordert eine gemeinsame Routen-  Verfügung gestellt werden. Die einzelnen Städte haben dabei   eine gut ausgebaute und leistungsfähige Ladeinfrastruktur
 planung und Abrechnung verschiedener Anbieter. Doch was   unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele und unterscheiden   bereitzustellen. Derzeit stehen österreichweit insgesamt 246
 heißt das genau?   sich in Bezug auf Bevölkerungsgröße, geogra  sche Lage,   Ladepunkte mit Ladeleistungen zwischen 11 und 160 kW für
             Mobilitätsausbau und Handlungsabsichten.         das Laden von E-Autos zur Verfügung. Zusätzlich gibt es für
 Ein MaaS-Konzept vereint verschiedene Services. Das          Kunden individuelle Ladelösungen für zu Hause, für Wohnan-
 bedeutet beispielsweise, dass ein und dasselbe Ticket für   „Die Kelag ist als Partner in diesem Projekt aktiv und leistet mit   lagen oder den Geschäftsbereich. Der Autostrom stammt zu
 unterschiedliche Transportmittel gültig ist. Dadurch soll der   ihrer umfangreichen Kompetenz im Bereich Ladeinfrastruktur   100 Prozent aus Wasserkraft und Ökoenergie. Die Kelag stellt
 Bedarf an Park  ächen verringert und das gesamte Verkehrs-  für E-Fahrzeuge einen wertvollen Beitrag für den Projekt-  auch ihren eigenen Fuhrpark schrittweise auf E-Fahrzeuge
 aufkommen in innerstädtischen Bereichen reduziert werden.   erfolg“, sagt Christina Strasser, Projektleiterin der Kelag. Die   um. Insgesamt 66 E-Fahrzeuge stehen derzeit für Dienstreisen
 Um die Klimaziele zu erreichen, muss zunehmend Abstand   Testphase des Projekts wurde Ende Oktober 2020 erfolgreich   bereit.
 von fossilen Brennsto  en genommen und E-Mobilität weiter   abgeschlossen. Eine de  nierte Benutzergruppe konnte dabei
 gefördert werden – auch in Servicekonzepten. Besonders aus   mithilfe einer speziell entwickelten App die Sharing-Dienste   Im Kelag-Kompetenzzentrum E-Mobilität erhalten Kunden
 Sharing-Diensten kann ein großer Nutzen für zukünftige und   nutzen und ausführlich testen. Die gesammelten Daten wer-  außerdem herstellerunabhängige Informationen zu E-Autos
 nachhaltige Mobilitätskonzepte gezogen werden. Durch die   den ausgewertet und   ießen in Handlungsanleitungen der   und zur Ladeinfrastruktur im ö  entlichen und im privaten Be-
 nutzerzentrierte Perspektive tragen sie dazu bei, die Anzahl   Europäischen Kommission für nachhaltige urbane Mobilitäts-  reich. Wer E-Mobilität hautnah erleben möchte, ist hier richtig:
 der Privatwägen zu verringern und damit den Anteil des   SDG 9, 11, 13  konzepte ein. „Im Zuge des Projekts ,STEVE‘ ist außerdem ein   Testfahrten mit E-Autos, E-Mopeds oder E-Motorrädern sind
 In Villach wurde im Rahmen des Projekts eine eigene
 Ladeinfrastruktur aufgebaut.  motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren.   Diskussionspapier entstanden, an dessen Erstellung die Kelag   nach Terminvereinbarung jederzeit möglich.   >|

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