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Sonstige Rückstellungen werden entsprechend den Regelungen des IAS 37 angesetzt, wenn für
                                      das  Unternehmen eine  rechtliche  oder  faktische Verpflichtung  gegenüber  einem  Dritten  auf-
                                      grund eines vergangenen Ereignisses vorliegt und es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung
                                      zu einem Mittelabfluss führen wird. Hierzu muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt
                                      werden können. Die Rückstellungen werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag ange-
                                      setzt und nicht mit Erstattungsansprüchen saldiert. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis der best-
                                      möglichen Schätzung ermittelt, mit der eine gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag er-
                                      füllt oder auf einen Dritten übertragen werden könnte. Dabei werden zukünftige Kostensteige-
                                      rungen, die am Bilanzstichtag absehbar und wahrscheinlich sind, berücksichtigt.

                                      Im KELAG-Konzernabschluss werden ferner Drohverlustrückstellungen für erwartete Verluste aus
                                      „belastenden“ Verträgen gemäß den Bestimmungen von IAS 37 gebildet. Der Bilanzansatz spie-
                                      gelt die Höhe des erwartet unvermeidbaren Ressourcenabflusses zu Vollkosten wider. Das ist der
                                      geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrages und allfälliger Kompensationszahlungen bei
                                      Nichterfüllung. Die Erfassung von Wertminderungen auf mit „belastenden“ Verträgen verbun-
                                      dene Vermögenswerte geht jedoch der Erfassung von Drohverlustrückstellungen vor.


                                      Langfristige Rückstellungen werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages
                                      wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewer-
                                      tungsregeln des Konzerns werden grundsätzlich jene Rückstellungen, deren Erfüllung mehr als
                                      12 Monate in der Zukunft liegt, diskontiert. Der Diskontierungszinssatz ist ein laufzeitäquivalenter
                                      risikoloser Vor-Steuer-Zinssatz; etwaige Risiken werden in den künftigen Zahlungsflüssen berück-
                                      sichtigt. Die Aufzinsungsbeträge werden als Zinsaufwand ausgewiesen, etwaige Zinsänderungs-
                                      effekte werden im operativen Ergebnis erfasst.


                                      Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sind mit den
                                      fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.


                                      Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Derivate aus dem Energiebereich. Die de-
                                      rivativen Finanzinstrumente werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst.




                                      Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits beste-
                                      hende Verpflichtungen, die wahrscheinlich nicht zu einem Ressourcenabfluss führen oder in ihrer
                                      Höhe nicht verlässlich bestimmt werden können. Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz
                                      nur dann erfasst, wenn sie im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses übernommen
                                      wurden. Ihr Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Folgebewertung erfolgt dann zum
                                      höheren der beiden nachstehenden Beträge:
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