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Der sich aus dem Verkauf oder der Stilllegung einer Sachanlage ergebende Gewinn oder Verlust
                                      bestimmt sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögens-
                                      wertes und wird erfolgswirksam erfasst.

                                      Im Geschäftsjahr 2019 ersetzte IFRS 16 frühere Regelungen zur Leasingbilanzierung. Dadurch än-
                                      dert sich v.a. die Leasingnehmer-Bilanzierung, da leasingnehmerseitige Leasingvereinbarungen
                                      zu einer Aktivierung eines Nutzungsrechtes bzw. Passivierung einer Leasingverbindlichkeit füh-
                                      ren. Unter den früher geltenden Regelungen zur Leasingbilanzierung – also unter IAS 17 in Ver-
                                      bindung mit IFRIC 4 – war eine ähnliche Vorgehensweise nur für Leasingverhältnisse vorgesehen,
                                      die als Finanzierungsleases eingestuft wurden. Weitere Details zur Erstanwendung von IFRS 16 im
                                      KELAG-Konzern finden sich im Abschnitt zu den neu anzuwendenden IFRS/IFRIC.


                                      Bei Vorliegen eines Anhaltspunktes einer Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswer-
                                      ten, welche in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallen, wird die Werthaltigkeit der Buchwerte
                                      geprüft (Impairment-Test). Ein jährlicher Impairment-Test ist für Geschäfts- oder Firmenwerte, im-
                                      materielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und noch nicht nutzungsbereite,
                                      immaterielle Vermögenswerte durchzuführen, unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt vorliegt.
                                      Der  KELAG-Konzern  führte  seine  jährliche  Prüfung  auf Wertminderungen  im  vierten  Quartal
                                      durch.

                                      Ein Wertminderungsbedarf wird grundsätzlich auf Ebene der sogenannten zahlungsmittelgene-
                                      rierenden Einheiten (CGU) beurteilt. Für die Bildung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
                                      wird im KELAG-Konzern auf die weitgehende Unabhängigkeit der Zahlungsmittelzuflüsse der
                                      entsprechenden Vermögenswerte abgestellt.


                                      Ein Wertminderungsbedarf ergibt sich, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermö-
                                      genswertes bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit übersteigt. Der erzielbare Betrag ist
                                      der höhere Wert aus Nutzungswert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.
                                      Beizulegende Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten werden je nach Verfügbarkeit von  am
                                      Markt beobachtbaren Inputfaktoren in der Regel marktpreisorientiert bzw. kapitalwertorientiert
                                      ermittelt. Im Rahmen der marktpreisorientierten Ermittlung wird beispielsweise auf vorliegende
                                      bindende Kaufangebote, die Preisbildung auf aktiven Märkten oder vergleichbare zeitnahe Trans-
                                      aktionen innerhalb der Branche abgestellt. Bei einer kapitalwertorientierten Ermittlung kommen
                                      Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF-Verfahren) zur Anwendung. Entfallen in Folgeperioden die
                                      Gründe für die Wertminderung, wird – außer bei Geschäfts- oder Firmenwerten – eine Wertauf-
                                      holung erfasst.

                                      Der Kapitalisierungszinssatz ist ein Nach-Steuer-Zinssatz, der die gegenwärtige Markteinschät-
                                      zung und die spezifischen Risiken des Vermögenswertes bzw. der zahlungsmittelgenerierenden
                                      Einheit widerspiegelt. Die Ermittlung des entsprechenden Vor-Steuer-Zinssatzes erfolgt iterativ.
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