Page 241 - Kelag Jahresfinanzbericht 2018
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           Unter-                                        der Zinskurve. Das allgemeine Zinsniveau sollte im histori-
                                                         schen Vergleich aber weiterhin niedrig bleiben.
           nehmen und                                    Das Wachstum der Wirtschaftsleistung beschleunigte sich
                                                         in Österreich 2018 weiter. Nach einem Wachstum in Höhe
           Umfeld                                        von 2,6 % im Jahr 2017 wird gemäß aktueller Prognosen das

                                                         Bruttoinlandsprodukt 2018 real um rd. 3,0 % zunehmen. Die
                                                         österreichische Konjunktur zeigte sich bislang im internati-
                                                         onalen Vergleich erstaunlich robust. Aufgrund der globalen
                                                         Entwicklungen ist aber auch in Österreich im Jahr 2019 mit
           Wirtschaftliches Umfeld
                                                         einer  Abschwächung  des  Exportwachstums  zu  rechnen.
           Währungskrisen  in  Schwellenländern,  die  handelspoliti-  Der Konsum der privaten Haushalte wird die damit verbun-
           sche Strategie der USA und die bisher ergebnislose Suche   dene  rückläufige  Investitionsbereitschaft  der  Unterneh-
           nach einer Regelung für den Austritt des Vereinigten König-  men  und  den  Nachfrageausfall  im  Außenhandel  somit
           reichs aus der EU überschatten zum Ende des Jahres die   nicht länger voll kompensieren können. In Österreich wird
           Entwicklung  des Welthandels. Aus  diesem  Grund blicken   sich  das Wirtschaftswachstum  nach  aktuellen  Prognosen
           sowohl die Organisation für wirtschaftliche Zusammenar-  des  Wirtschaftsforschungsinstitutes  (WIFO)  somit  auf  rd.
           beit und Entwicklung (OECD) als auch der Internationale   2,0 % verlangsamen.
           Währungsfonds (IWF) pessimistischer auf die globale Kon-
           junkturentwicklung.  Nach  Prognosen  aus  dem  vierten   Die wirtschaftliche Expansion gepaart mit arbeitsmarktpo-
           Quartal 2018 wird das Jahr mit einem globalen Wirtschafts-  litischen  Maßnahmen  ermöglichen  in  Österreich  bis  ein-
           wachstum von 3,7 % zu Ende gehen. Für 2019 wird ebenso   schließlich 2019 eine Ausweitung der Beschäftigung über
           ein Wachstum von 3,7 % prognostiziert. Im Mai wurde noch   das Arbeitskräfteangebot und damit einen Rückgang der
           von höheren Zuwachsraten ausgegangen. Als Gründe für   Arbeitslosenquote. Diese lag gemäß Eurostat-Berechnung
           den eingetrübten Wachstumsausblick werden neben den   im Jahr 2018 bei rd. 5,2 %. Erwartungen zufolge wird mit ei-
           negativen  Effekten  von  handelspolitischen  Maßnahmen   nem weiteren Rückgang auf 5,0 % für das Jahr 2019 gerech-
           auch  verschärfte  Finanzierungsmöglichkeiten  aufgrund   net.
           teurer  werdender  Kredite  und  höherer  Ölpreise  für  eine
           Reihe von Schwellen- und Entwicklungsländern angeführt.   Die Inflationsrate verharrte im Jahr 2018 bei rd. 2,1 %. Dieser
                                                         angesichts  der  kräftigen  Konjunktur  eher  verhaltene  An-
           Auch in einem Großteil der EU-Länder und im Euroraum   stieg überschreitet nur geringfügig den Zielwert der EZB in
           blieb die wirtschaftliche Dynamik hoch. Nach letzten Prog-  Höhe von 2,0 %. Als Haupttreiber der Entwicklung im Laufe
           nosen  liegt  das  jährliche  Wirtschaftswachstum  im  Euro-  des  Jahres  2018  kann  vor  allem  die  Energieverteuerung
           raum für 2018 bei rd. 2,1 % nach 2,4 % im Jahr 2017. Die Be-  identifiziert werden. Für die Periode bis 2022 wird mit einer
           endigung  des  Anleiheankaufprogrammes  der  Europäi-  Inflationsrate von durchschnittlich rd. 2,0 % gerechnet.
           schen Zentralbank (EZB) wurde mit Ende 2018 datiert. Der
           Leitzins der EZB liegt seit März 2016 auf einem historischen
           Allzeittief von 0,0 %. Mittelfristig rechnen Ökonomen und
           Finanzexperten  aufgrund  steigender  Inflationsraten  und
           mäßiger Konjunkturängste mit einem sukzessiven Anstieg
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