Page 119 - Kelag Jahresfinanzbericht 2018
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           Unsicherheiten  bestehen  ferner  hinsichtlich  der  Auslegung  komplexer  steuerrechtlicher Vor-  Bewertung tatsächlicher und
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           schriften, Änderungen des Steuerrechts sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunktes künftig
           zu versteuernder Ergebnisse. Angesichts der großen Bandbreite internationaler Geschäftsbezie-
           hungen sowie des langfristigen Charakters und der Komplexität bestehender vertraglicher Ver-
           einbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und
           den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassun-
           gen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwandes erfordern.

           Künftige Steueransprüche werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem
           Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfüg-
           bar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung
           der Höhe der künftigen Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Er-
           messensausübung  des  Managements  bezüglich  des  erwarteten  Eintrittszeitpunktes  und  der
           Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrate-
           gien erforderlich (siehe RZ 16).

           Etwaige Eventualverbindlichkeiten werden regelmäßig in Bezug auf ihre Eintrittswahrscheinlich-  Eventualverbindlichkeiten
           keit beurteilt. Ist die Wahrscheinlichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nut-
           zen weder hinreichend wahrscheinlich, sodass eine Rückstellungsbildung geboten ist, noch un-
           wahrscheinlich, so werden die betreffenden Verpflichtungen als Eventualverbindlichkeiten er-
           fasst. Die Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbe-
           zogenen Inputs (sofern möglich) vorgenommen.

           Die Bewertung von Rückstellungen erfolgte im vorliegenden Abschluss aufgrund von Annahmen   Bewertung von
                                                                                         Rückstellungen
           und Schätzungen zum Bilanzstichtag (siehe RZ 23 und RZ 27). Die wesentlichen Einflussfaktoren
           waren dabei die Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung von Energiepreisen, des
           Erfolges von Verhandlungen und des Diskontierungssatzes. Der Diskontierungssatz beträgt für
           Rückstellungen mit einer Laufzeit von ein bis fünf Jahren 0,75 % (im Vorjahr 0,75 %), während sich
           jener für Rückstellungen mit einer Laufzeit größer fünf Jahren auf 1,50 % (im Vorjahr 1,50 %) be-
           läuft.

           Die Rückstellungen für Maßnahmen bei Kraftwerken resultieren neben Behördenauflagen auch
           aus sonstigen rechtlichen Erfordernissen, wie zum Beispiel der Umsetzung der EU-Wasserrahmen-
           richtlinie sowie aktuellen Schadenfällen. Zudem werden bilanzielle Vorsorgen für betrieblich er-
           forderliche und seitens der Behörde ins Auge gefasste Stauraumräumungen unter dieser Position
           ausgewiesen. Sofern hierbei Verpflichtungen zum Erwerb von Gegenständen aus Gründen des
           Umweltschutzes passiviert wurden, werden diese gemäß IAS 16.11 als nachträgliche Anschaf-
           fungskosten im langfristigen Vermögen erfasst. Insgesamt wurden daraus in den Büchern des
           KELAG-Konzerns 19,3 Mio. EUR (im Vorjahr 9,4 Mio. EUR) erfasst.
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