Page 6 - Kelag Konzern Halbjahresfinanzbericht 2020
P. 6

bestehen  weiterhin  Unsicherheiten  in  der  Marktentwicklung  aufgrund  des  allgemeinen  wirt-
                                      schaftlichen Abschwungs und einer möglichen zweiten Infektionswelle.

                                      Langfristig stellen darüber hinaus die zunehmende Wettbewerbsintensität, die Überregulierung,
                                      die Klima- und Energiepolitik sowie aktuelle gesellschaftliche und technologische Entwicklun-
                                      gen hohe Anforderungen an das traditionelle Geschäftsmodell von Energieversorgern. Globale
                                      Trends wie Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung verändern das Zukunftsbild
                                      der  Energiewirtschaft  massiv.  Zusätzlich  gewinnen  die Kundenwünsche  nach  Sicherheit,  Life-
                                      style, Komfort, Energieautarkie und Klimaschutz stark an Bedeutung. Effiziente Strukturen, die
                                      Bereitschaft zu Veränderung und eine hohe Innovationsfähigkeit sind essenzielle Voraussetzun-
                                      gen um bei diesen herausfordernden Rahmenbedingungen erfolgreich zu agieren. Die KELAG
                                      stellt sich diesen Herausforderungen und gestaltet damit die Energiezukunft aktiv mit.





                                      Aufgrund  der  COVID-19  bedingten  schwierigen  konjunkturellen  und  energiewirtschaftlichen
                                      Rahmenbedingungen verzeichnete die KELAG im ersten Halbjahr ein um rd. 3 Mio. EUR niedri-
                                      geres Konzernergebnis im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019.  Der COVID-19 bedingte Lock-
                                      down führte zu Absatzrückgängen insbesondere bei Geschäfts- und Gewerbekunden und somit
                                      zu geringeren Umsatzerlösen im Vertrieb und bei den Netznutzungsentgelten. Darüber hinaus
                                      ergaben  sich  negative  Effekte  im  Vergleich  zum Vorjahr  aus  höheren  Beschaffungskosten  für
                                      Privat-  und  Gewerbekunden.  Die  Ergebniseffekte  konnten  durch  eine  bessere  Wasserführung
                                      und die Speicherbewirtschaftung,  durch Wachstumsprojekte im Energie- und Wärmesegment
                                      sowie durch konsequentes Kostenmanagement zumindest teilweise kompensiert werden.


                                      Im ersten Halbjahr 2020 betrug das Konzernergebnis 66,3 Mio. EUR (1. HJ 2019: 69,2 Mio. EUR).








                                      Auf Grundlage unserer soliden Finanz-  und Ertragsstruktur sowie unseres ausgewogenen Ge-
                                      schäftsportfolios führten wir unseren Kurs der wertorientierten Wachstums- und Innovations-
                                      strategie auf Basis erneuerbarer Energien trotz der herausfordernden Lage in Zusammenhang
                                      mit der COVID-19-Pandemie fort. In Österreich wird diese strategische Richtung durch die ener-
                                      giepolitischen  Zielsetzungen  im  Regierungsprogramm  2020  maßgeblich  unterstützt,  welches
                                      eine  schrittweise  Dekarbonisierung  über  die  Mobilitäts-  und  Wärmewende,  Energieeffizienz-
                                      Maßnahmen und den Ausbau von erneuerbaren Energien vorsieht. Das Ziel der Bundesregie-
                                      rung, Österreichs Stromverbrauch bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien
                                      zu decken und die Wärmeerzeugung bis 2050 auf erneuerbare Energien umzustellen zeigt uns,
   1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11