Page 13 - Kelag Konzern Halbjahresfinanzbericht 2020
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gut wie möglich einzudämmen. Nach aktuellen Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstitutes
           (WIFO)  verläuft  das  österreichische  Wirtschaftswachstum  ebenso  rückläufig  und  beträgt  im
           Jahresdurchschnitt 2020 -5,2 % (2019: 1,6 %), stabilisiert sich aber im weiteren Verlauf und soll
           2021 etwa 3,5 % betragen.





           Unter  dem  Einfluss  der  COVID-19-Pandemie  und  dem  damit  einhergehenden  Wirtschaftsein-
           bruch ging der österreichweite Stromverbrauch in den ersten sechs Monaten um rd. 5,8 % zu-
           rück. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug der Stromverbrauch 33,9 TWh.
           Aufgrund des gesunkenen Einsatzes von Gaskraftwerken und trotz der gleich hohen Anzahl von
           Heizgradtageswerten (1.894 im Zeitraum von Jänner bis Juni 2020 gegenüber 1.891 im gleichen
           Zeitraum 2019) sank der landesweite Erdgasverbrauch. Im Berichtszeitraum Jänner bis Juni sank
           der Verbrauch um 4,1 % gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode auf insgesamt rd. 47,0
           TWh.

           Die Preisentwicklung an den internationalen Brennstoffmärkten verlief im ersten Halbjahr 2020
           überwiegend negativ. Die Preise der Energieressourcen Öl, Gas und Kohle lagen unter den No-
           tierungen des Jahres 2019.

           Der Preis für Rohöl der Sorte Brent lag in der ersten Jahreshälfte im Durchschnitt bei 42 USD je
           Barrel, was einem Rückgang von rd. 36 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 entspricht.
           Die Preisentwicklung der kommenden Monate wird unter anderem von der Wirtschaftsentwick-
           lung, der Entwicklung der COVID-19-Pandemie und eventuellen weiteren Förderbegrenzungen
           abhängen.

           Die Gaspreise am Spotmarkt (NCG) notierten im ersten Halbjahr bei durchschnittlich 8,1 EUR je
           MWh und lagen somit um rd. 51 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahrszeitraums.
           Der Gasmarkt wird primär durch kurzfristige, ölpreisunabhängige Handelsgeschäfte bestimmt.
           Nur noch geringe Teile der Langfristverträge zur Gaseinfuhr nach Europa sind ölpreisindiziert.

           Die Preise für Steinkohle lagen im ersten Halbjahr 2020 mit durchschnittlich 55 USD je Tonne um
           rd. 26 % unter dem Durchschnittspreis der Vorjahresperiode von 74 USD je Tonne.

           Die Preise im europäischen Emissionshandel beliefen sich im ersten Halbjahr 2020 auf durch-
           schnittlich 22 EUR je Tonne CO2 und haben sich damit gegenüber dem Durchschnittspreis (24
           EUR je Tonne) des Vergleichszeitraums 2019 leicht reduziert.
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