Page 12 - Kelag Konzern Halbjahresfinanzbericht 2020
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Die  Weltwirtschaft  expandierte  bis  zum  Ende  des  Geschäftsjahres  2019  verhalten.  Auch  die
                                      globalen Stimmungsindikatoren wiesen tendenziell nach unten und die globalen wirtschaftspo-
                                      litischen Unsicherheiten wie handelspolitische Konflikte blieben hoch. Eine weltweite Rezession
                                      zeichnete sich bis zum globalen Ausbruch der COVID-19-Pandemie dennoch nicht ab. Die Ge-
                                      sundheitskrise, die durch das Corona-Virus ausgelöst wurde, hat erhebliche Folgen auf die glo-
                                      bale Wirtschaftstätigkeit. So ist bereits für das erste Quartal 2020 ein Rückgang des Bruttoin-
                                      landsprodukts in allen wesentlichen Wirtschaftsregionen der Welt festzustellen. Demzufolge hat
                                      sich die Konjunkturlage mit Eintreten der Pandemie grundsätzlich verändert und im Jahr 2020
                                      steht  die  Weltwirtschaft,  auf  Basis  der  letzten  Analysen,  in  einer  erheblichen  Rezession.  Der
                                      internationale Währungsfonds (IWF) hat in diesem Kontext seine Schätzungen innerhalb weni-
                                      ger Monate so stark wie nie zuvor gesenkt. Im Jänner hatte der IWF für 2020 noch ein globales
                                      Wachstum  in  Höhe  3,3 %  prognostiziert,  während  im  Bericht  vom  April  davon  ausgegangen
                                      wird,  dass  die  Weltwirtschaft  um  3,0 %  schrumpft.  Damit  wurde  die  Jänner-Schätzung  um
                                      6,3 Prozentpunkte reduziert. Im Jahr 2021 wird ein Weltwirtschaftswachstum von 5,8 % prognos-
                                      tiziert.


                                      Die  Wirtschaft  der  Euro-Zone  wird  nach  jüngsten  Angaben  des  IWF  im  Jahr  2020  um  7,5 %
                                      schrumpfen. Schlechter sieht die Lage in den besonders stark von der Pandemie betroffenen
                                      Ländern Italien und Spanien aus. Dort rechnet der IWF mit einem Minus von 9,1 % bzw. 8,0 %.
                                      Noch im Jänner hatte der IWF für die Euro-Zone für 2020 ein Wachstum in Höhe von 1,3 % prog-
                                      nostiziert. Positiv werden jedoch die schnellen und umfangreichen Rettungsprogramme zahl-
                                      reicher Regierungen bewertet, die sich auf mehrere Billionen Euro summieren. Dazu kommen
                                      die  Hilfen  der  Notenbanken.  Laut  IWF  sollte  im  zweiten  Halbjahr  eine  allmähliche  Erholung
                                      einsetzen.



                                      Auch in Österreich befindet sich die Industriekonjunktur derzeit im Abschwung. Aufgrund der
                                      aktuellen Krise (ausgelöst durch die COVID-19-Pandemie) geht der ökonomische Schock aller-
                                      dings nicht nur vom Inland, sondern auch vom Ausland aus. Der österreichische Außenhandel
                                      zeichnet somit bereits im ersten Quartal deutliche Rückgänge auf. Das Gesamtausmaß des Wirt-
                                      schaftseinbruchs hängt  derzeit vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie und den damit
                                      verbundenen gesundheits- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen sowie deren Umsetzungser-
                                      folg ab. Die gesetzten Schutzmaßnahmen führten bis dato bereits zu enormen Produktionsein-
                                      bußen und einer höheren Arbeitslosigkeit, wobei sich die Arbeitslosenzahl um Ostern stabilisier-
                                      te und seitdem wieder rückläufig ist. Mithilfe fiskalischer und liquiditätsstärkender Maßnahmen
                                      versucht  die  Österreichische  Bundesregierung  die  negativen  Auswirkungen  der  Pandemie  so
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