Page 34 - KELAG Halbjahresfinanzbericht per 30.06.2019
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Wertminderungsprüfung zu verzichten. Stattdessen wurde auf die Beurteilung von Rückstellun-
           gen  aus  belastenden  Verträgen  zurückgegriffen;  hieraus  hat  sich  keine  Anpassung  der  Nut-
           zungsrechte ergeben. Auf Portfolien ähnlich ausgestalteter Leasingverhältnisse wurde bei der
           Erstanwendung ein einziger Abzinsungssatz angewandt. Im KELAG-Konzern wurde ferner nicht
           erneut beurteilt, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis im Sinne von IFRS 16 enthält oder nicht,
           sofern  dieser  zum  Erstanwendungszeitpunkt  bereits  bestand.  Außerdem  wurde  im  KELAG-
           Konzern  die  Entscheidung  getroffen,  IFRS 16  nicht  auch  auf  Mietverhältnisse  zu  immaterielle
           Vermögenswerten freiwillig anzuwenden.


           Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 im KELAG-Konzern erfolgte rückwirkend im Geschäfts-
           jahr  2019,  wobei  eine  Erfassung  der  kumulierten  Anpassungsbeträge  zum  01.01.2019  vorge-
           nommen wurde. Die nun neu leasingnehmerseitig aktivierten bzw. passivierten Leasingverhält-
           nisse  des KELAG-Konzerns  umfassen  im Wesentlichen  die Anmietung  von  Grund  und  Boden,
           Gebäudeflächen,  Kommunikationsinfrastruktur  sowie  Kraftfahrzeugen  und  haben  in  Summe
           zum  01.01.2019  rd.  12,2 Mio.  EUR  ausgemacht;  auf  die  Abzinsung  entfallen  dabei rd.  0,9 Mio.
           EUR,  womit  die  unabgezinste  Verpflichtung  aus  den  neu  erfassten  Leasingnehmerverträgen
           zum 01.01.2019 rd. 13,1 Mio. EUR ausmacht.

           Der  gewichtete  durchschnittliche  Grenzfremdkapitalzinssatz  über  alle  neu  erfassten  IFRS 16
           Leasingverträge betrug dabei per 01.01.2019 rd. 0,86%.

           In der Bilanz zum 30.06.2019 sind neu erfasste IFRS 16-Nutzungsrechte im Sachanlagevermögen
           (rd. 11,2 Mio. EUR) und die Leasingverbindlichkeiten unter den lang- (rd. 9,2 Mio. EUR) und kurz-
           fristigen  Finanzverbindlichkeiten  (rd. 2,0 Mio.  EUR)  ausgewiesen.  In  der  Gewinn-  und  Verlust-
           rechnung sind die Abschreibungen aus den neu erfassten IFRS 16-Nutzungsrechten in der Posi-
           tion Abschreibungen erfasst; diese haben im ersten Halbjahr 2019 rd. 1,0 Mio. EUR betragen. Die
           Zinsaufwendungen aus der Folgebewertung der neu erfassten Leasingverbindlichkeiten finden
           sich  in  der  Gewinn-  und  Verlustrechnung  im  Finanzergebnis  unter  den  Zinsaufwendungen;
           diese haben im ersten Halbjahr 2019 rd. 0,1 Mio. EUR ausgemacht.

           IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung ist für Geschäftsjahre, die am
           oder nach dem 01.01.2019 beginnen, verpflichtend anzuwenden und auf die Bilanzierung von
           Ertragsteuern  nach  IAS 12  anzuwenden.  Im  KELAG-Konzern  ergeben  sich  aus  der  Erstanwen-
           dung dieser Interpretation im Geschäftsjahr 2019 bzw. bis zum 30.06.2019 keine Auswirkungen.

           Wie bereits als Fußnote zur Gewinn- und Verlustrechnung vermerkt, wird das Ergebnis aus at-
           Equity bilanzierten Beteiligungen im Unterschied zu den Vorjahren nicht mehr im Finanzergeb-
           nis sondern im operativen Ergebnis ausgewiesen. Mit dieser Ausweisänderung wird dem Fak-
           tum Rechnung getragen, dass das Ergebnis aus at-Equity-Beteiligungen unmittelbar (insb. un-
           abhängig von der Ausschüttungs- und Thesaurierungspolitik) den Periodenerfolg der at-Equity-
           Gesellschaft widerspiegelt und eine Einstufung als at-Equity-Beteiligung zudem – entweder in
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