Page 37 - Halbjahres-Finanzbericht_30062018
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Umsatzerlöse werden im KELAG-Konzern im Wesentlichen in den folgenden Bereichen erzielt:
           Verkauf  von  Strom,  Gas  und  Wärme,  Erbringung  von  Netzleistungen  sowie  Energiedienstleis-
           tungen. Ein großer Teil der Verträge im KELAG-Konzern betrifft sogenannte Eigenverbrauchsver-
           träge  (Verträge,  die  nach  IFRS 9.2.4  aus  dem  Anwendungsbereich  des  IFRS 9  ausgenommen
           sind) und fällt somit in den Anwendungsbereich von IFRS 15. Diejenigen Verträge, welche als
           Derivate nach IFRS 9 bilanziert werden, sind von den Regeln des IFRS 15 grundsätzlich ausge-
           nommen. Mit physischer Erfüllung werden sie jedoch als Umsatzerlöse im Sinne von  IFRS 15
           behandelt.

           Abgesehen  vom  Erfordernis,  weitere  Anhangsangaben  zu  den  Umsatzerlösen  bereitzustellen
           (im  vorliegenden  Zwischenabschluss  ist  davon  die  Anforderung  aus  IAS 34.16A  (l)  relevant;
           entsprechende tabellarische Aufstellungen finden sich unter den Erläuterungen zu den Umsatz-
           erlösen) hat die Implementierung von IFRS 15 im KELAG-Konzern  keine  wesentlichen Auswir-
           kungen mit sich  gebracht. Dies liegt vorrangig daran, dass eine gegenständliche Analyse der
           Verträge zu Strom-, Gas- und Fernwärmelieferungen sowie zur Erbringung von Netz- und Ener-
           giedienstleistungen ergeben hat, dass – entweder als gemeinsam zu betrachtende Leistungs-
           verpflichtung aus einer Reihe von gleichartigen (Liefer-)Verpflichtungen oder als Bereitschafts-
           verpflichtung  – jeweils eine Umsatzerlösrealisation nach IFRS 15 anzuwenden ist, die mit den
           bereits bis dato verfolgten Praktiken unter IAS 18 in Einklang steht. Der KELAG-Konzern macht in
           diesem  Zusammenhang,  sofern  die  entsprechenden Voraussetzungen  vorliegen,  von  der  An-
           wendung der praktischen Erleichterung des IFRS 15.B16 – somit einer Erlösrealisation anhand
           des in Rechnung stellbaren Betrags – Gebrauch. Im Zuge der IFRS-15-Implementierung wurden
           vor allem die Themen Brutto- oder Nettoausweis iZm der Principal-/Agent-Thematik sowie das
           Vorliegen  von  Verträgen  mit  mehreren  Leistungsverpflichtungen  untersucht.  Betreffend  die
           Principal/Agent-Thematik wurde festgestellt, dass die bisherige Vorgehensweise nach IAS 18 im
           Einklang mit den Anforderungen in IFRS 15 steht. Die Analyse hat ebenso ergeben, dass Verträ-
           ge  mit Kunden,  die  mehrere  Leistungsverpflichtungen enthalten,  die  zu  einem  unterschiedli-
           chen Timing der Umsatzerlöse führen, momentan im KELAG-Konzern nur eine untergeordnete
           Rolle spielen.

           Eine  auf  Basis  von  IFRS 15  durchgeführte  Änderung  im  KELAG-Konzern  betrifft  einen  neuen
           Ausweis für Anschlusskostenbeiträge aus den Wärmebereich, welche bislang unter den sonsti-
           gen Verbindlichkeiten ausgewiesen wurden, und nun im Rahmen des einheitlichen Ausweises
           von Vertragsverbindlichkeiten nach IFRS 15 unter der Position Baukostenzuschüsse dargestellt
           werden, unter welcher bislang i.W. Baukostenzuschüsse aus dem Strom- und Gasbereich sub-
           sumiert waren. Hierdurch erhöhte sich die Bilanzposition Baukostenzuschüsse per 01.01.2018
           von 84,1 Mio. EUR um 16,6 Mio. EUR auf 100,7 Mio. EUR, in gleicher Höhe sank die Bilanzposition
           sonstige Verbindlichkeiten von 46,2 Mio. EUR auf 29,6 Mio. EUR. Da es sich hierbei um eine zah-
           lungsunwirksame Umgliederung handelt, wurde diese in der Geldflussrechnung korrigiert.

           Zu dem am 31.12.2017 beschriebenen Stand der Erwartungen hinsichtlich der Auswirkungen
           zukünftig anzuwendender Bilanzierungsregeln gibt es folgende Ergänzungen hinsichtlich IFRS
           16 „Leasingverhältnisse“:
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