Page 12 - Halbjahres-Finanzbericht_30062018
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46 EUR je MWh für Spitzenlast um rd. 21 % stiegen. In der Vergleichsperiode 2017 lag der For-
           ward 2018 durchschnittlich bei 30 EUR je MWh Grundlast und 38 EUR je MWh Spitzenlast.



           Seit  Beginn  der  Liberalisierung  besteht  eine  einheitliche  Preiszone  Österreich/Deutschland.
           Diese wird nunmehr durch die im Mai erzielte Einigung der beiden Regulatoren Bundesnetz-
           agentur und E-Control ab 1. Oktober 2018 aufgetrennt. Ab diesem Zeitpunkt wird aufgrund der
           Übertragungsnetzengpässe  in  Deutschland  der  derzeit  am  Terminmarkt  unbegrenzte  Strom-
           handel zwischen Österreich und Deutschland auf 4,9 GW beschränkt (davon werden ca. 0,3 GW
           für Regelenergie reserviert werden). Zusätzlich wird die deutsche Netzstabilität durch österrei-
           chische Kraftwerke abgesichert (Redispatch). Ohne entsprechende Kraftwerksleistung kann es
           zu einer Reduktion der Übertragungsrechte kommen. Die Auswirkung der Auflösung der ge-
           meinsamen Preiszone auf die österreichischen Preise ist aktuell schwer quantifizierbar, da der
           österreichische Markt aktuell noch illiquide ist und die Preisdifferenz voraussichtlich stark von
           der Zufluss- und damit Wettersituation abhängen wird. Dennoch spiegeln aktuell die von der
           EEX publizierten Quotierungen eine durchschnittliche Preiserhöhung von 2,5 EUR/MWh für das
           Jahres-Base-Produkt in Österreich wieder.



           Im Mai 2018 wurde von der Österreichischen Bundesregierung die integrierte Klima- und Ener-
           giestrategie beschlossen.  Mit  dieser  sollen  die  Zielsetzungen, Österreichs  Stromverbrauch  bis
           2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, sowie bis 2050 die Wärmeerzeugung
           auf erneuerbare Energien umzustellen (zur Senkung der Treibhausgasemissionen um 36 % ge-
           genüber 2005), erreicht werden. Bis 2050 soll auch der Ausstoß beim Verkehr weitgehend frei
           von fossilen Brennstoffen werden. Hierzu wird bei Neuzulassungen eine „Schwerpunktverschie-
           bung hin zu emissionsfreien PKW und leichten Nutzfahrzeugen“ angestrebt. Auch im Energieef-
           fizienzbereich sollen deutliche Anstrengungen unternommen werden, um die Klima- und Ener-
           gieziele zu erreichen.


           Um diesen Prozess zu forcieren wurden mehrere Vorhaben ausgewählt, welche die Bundesregie-
           rung als so genannte „Leuchttürme“ in der laufenden Legislaturperiode prioritär in Umsetzung
           bringen will. Prioritär sind für die KELAG an dieser Stelle vor allem die Leuchtturmprojekte E-
           Mobilitätsoffensive, Erneuerbare Wärme sowie 100.000-Dächer-Photovoltaik und Kleinspeicher-
           Programm zu erwähnen.
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