Page 11 - Halbjahres-Finanzbericht_30062018
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Die positive Entwicklung der Realwirtschaft spiegelt sich auch am österreichischen Arbeitsmarkt
           wieder. Die Folge ist ein außergewöhnliches Beschäftigungswachstum im Jahr 2018 um 2,2 %
           der  unselbstständig  Beschäftigten.  Resultierend  daraus  wird  lt.  Eurostat  mit  einem  erneuten
           Rückgang der Arbeitslosenquote auf 5,0 % gerechnet (2017: 5,5 %).





           Österreichweit ist der Stromverbrauch in den ersten sechs Monaten um rd. 1 % gegenüber dem
           Vergleichszeitraum des Vorjahres auf insgesamt 36,1 TWh gestiegen. Der landesweite Erdgas-
           verbrauch sank im Berichtszeitraum Jänner bis Juni um 7,6 % auf rd. 50.820 GWh gegenüber der
           Vorjahresperiode. Verantwortlich dafür ist der gesunkene Einsatz von Gaskraftwerken.

           Die Preisentwicklungen an den internationalen Brennstoffmärkten verliefen im ersten Halbjahr
           2018 überwiegend bullish. Die Preise der Commodities Öl, Gas und Kohle lagen über den Notie-
           rungen des Jahres 2017. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent bewegte sich in der ersten Jahres-
           hälfte im Durchschnitt bei 71 USD je Barrel, womit der Preis um rd. 34 % über dem Vergleichs-
           zeitraum notierte. Für die kommenden Monate wird nicht von einer Entspannung ausgegangen.
           Ausschlaggebend dafür sind die bestehende Förderquotenbegrenzung durch die OPEC-Staaten
           und  weiterer Förderländer, Förderausfälle in Venezuela,  angekündigte  Sanktionen  gegen  den
           Iran sowie ein weiterhin weltweit anhaltender, leichter Bedarfsanstieg. Die Gaspreise am Spot-
           markt notierten im ersten Halbjahr durchschnittlich mit 18 EUR je MWh und somit um rd. 5 %
           über dem Niveau des Vorjahres. Der Gasmarkt wird primär durch kurzfristige, ölpreisunabhängi-
           ge  Handelsgeschäfte  bestimmt.  Nur  noch  geringe  Teile  der  Langfristverträge  zur  Gaseinfuhr
           nach Europa sind ölpreisinduziert.


           Die Preise für Steinkohle lagen im ersten Halbjahr 2018 mit durchschnittlich 84 USD je Tonne um
           ca. 25 % über dem Durchschnittspreis des Vorjahres von 67 USD je Tonne.

           Die Preise im europäischen Emissionshandel bewegten sich im ersten Halbjahr 2018 mit durch-
           schnittlich 12 EUR je Tonne CO2 um knapp 140 % über dem Durchschnittspreis des Vergleichs-
           zeitraums 2017.

           Die gestiegenen Preise für Brennstoffe und CO2-Zertifikate waren auch der wesentliche Treiber
           für die Notierungen an den Strom-Großhandelsmärkten. An der Energiebörse EPEX-Spot lagen
           die Durchschnittspreise im Berichtszeitraum für Grundlastkontrakte im Spothandel bei 35 EUR je
           MWh, für Spitzenlastkontrakte bei 42 EUR je MWh. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 ergibt
           sich somit eine weitgehende Seitwärtsbewegung der Preise (kein Anstieg im Bereich Grundlast
           bzw. ein leichter Rückgang von rund 1 EUR je MWh bei Spitzenlast). Die Preissituation am Ter-
           minmarkt  war  dagegen  in  den  ersten  sechs  Monaten  des  Jahres  2018  durch  eine  deutliche
           Erhöhung geprägt, im Zuge derer die Preise für Kontrakte für das nachfolgende Jahr (Forward
           2019)  auf  durchschnittlich  37  EUR  je  MWh  für  Grundlast  um  rd.  23 %  und  durchschnittlich
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