Page 97 - KELAG Geschäftsbericht 2018
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IFRS 16 wird für Geschäftsjahre, die nach dem 1. Januar 2019 beginnen, IAS 17, IFRIC 4, SIC-15 und   IFRS 16
           SIC-27 ersetzen und sieht für Leasingnehmer vor, dass künftig alle Leasingverhältnisse und die
           damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen zu bilanzieren sind, während die
           Leasinggeberbilanzierung kaum geändert wurde. Durch IFRS 16 werden bislang, also unter IAS 17,
           von Leasingnehmern als operative Leasingverhältnisse eingestufte Leasingvereinbarungen nun
           ähnlich wie frühere IAS-17-Finanzierungsleases behandelt. Für in dieser Art und Weise verändert
           eingestufte  Leasingverhältnisse  kommt  es  zu  einer  Bilanzverlängerung  durch  Aktivierung  eines
           Nutzungsrechtes am zugrundeliegenden Vermögenswert und der gleichzeitigen Passivierung einer
           Leasingverbindlichkeit in Höhe des Barwertes der Leasingzahlung. Während das Nutzungsrecht in
           der Folge planmäßig zu amortisieren ist, ist die Leasingverbindlichkeit finanzmathematisch fortzu-
           schreiben. Erleichterungen gibt es für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasinggegenstände von
           geringem Wert, für welche IFRS 16 jeweils Ansatzwahlrechte vorsieht. Der KELAG-Konzern wird von
           beiden Erleichterungen Gebrauch machen und die entsprechenden Leasingzahlungen aus betrof-
           fenen Verträgen daher weiterhin ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung ausweisen.

           IFRS 16 schreibt für Leasinggeber für Bilanzierungszwecke weiterhin die Unterscheidung zwischen
           Finanzierungs- oder Operating-Leasingvereinbarungen vor. Das Bilanzierungsmodell von IFRS 16
           unterscheidet sich hierbei nicht wesentlich von jenem in IAS 17 Leasingverhältnisse.

           Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 im KELAG-Konzern wird im Geschäftsjahr 2019 rückwir-
           kend erfolgen, wobei eine Erfassung der kumulierten Anpassungsbeträge zum Erstanwendungs-
           zeitpunkt erfolgt. Nach derzeitigem Kenntnisstand des Implementierungsprojektes wird eine
           Aktivierung von Nutzungsrechten und eine Passivierung von Leasingverbindlichkeiten in der Höhe
           von rd. 10,5 Mio. EUR erwartet. Diese mit IFRS 16 einhergehende Bilanzverlängerung würde zum
           31. Dezember 2018 zu einem unwesentlichen Anstieg des Verschuldungsgrades (Net-Gearings) von
           1,17 Prozentpunkten führen. Verträge, die nach IFRS 16 zu Bilanzierungsänderungen im Vergleich
           zum Vorgängerstandard IAS 17 führen, stehen vor allem in Zusammenhang mit der Anmietung
           von Grund und Boden, Gebäudeflächen, Funkstandorten, Kraftfahrzeugen sowie Betriebs- und
           Geschäftsausstattung.

           Im KELAG-Konzern wird die in den Übergangsvorschriften vorgesehene modifizierte rückwirken-
           de Methode zur Erstanwendung des IFRS 16 angewandt, womit Vorjahreszahlen nicht anzupassen
           sind. Darüber hinaus sollen im Wesentlichen folgende praktische Erleichterungen bzw. Wahlrechte
           im Zusammenhang mit der Erstanwendung in Anspruch genommen werden:

                  Im KELAG-Konzern wird nicht erneut beurteilt, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis im Sinne von
              IFRS 16 enthält oder nicht, sofern dieser zum Erstanwendungszeitpunkt bereits bestand. Dement-
              sprechend wird die Definition eines Leasingverhältnisses gemäß IAS 17 und IFRIC 4 weiterhin für
              diejenigen bestehenden Leasingverhältnisse gelten, die vor dem 1. Januar 2019 bestanden haben.
                  Im KELAG-Konzern wird für Portfolios ähnlich ausgestalteter Leasingverträge ein einziger Abzin-
              sungssatz zur Anwendung kommen. In den laufzeitabhängigen Abzinsungssätzen findet dabei
              insbesondere eine Länderrisikoprämie Berücksichtigung, die konsistent zu jenen Abzinsungssät-
              zen ist, die bei den Impairment-Berechnungen gemäß IAS 36 zur Anwendung kommen.
                  Im KELAG-Konzern werden Leasingverhältnisse mit einer Restlaufzeit von maximal zwölf Mona-
              ten als kurzfristige Leasingverhältnisse behandelt.
                  Im KELAG-Konzern wird anstelle einer Wertminderungsprüfung nach IAS 36 auf die Rückstel-
              lungsbeurteilung zu belastenden Verträgen zurückgegriffen.
                  Im KELAG-Konzern wird das Nutzungsrecht in Höhe der Leasingverbindlichkeit angesetzt werden.










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