Page 95 - KELAG Geschäftsbericht 2018
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Bei den sonstigen Anteilen an anderen Unternehmen wurde die IFRS 9-Einführung dazu genutzt,
           die bilanzielle Darstellung der in dieser Position enthaltenen Anteile zu prüfen. Als Ergebnis die-
           ser Betrachtungen wurden bislang aus Wesentlichkeitsgründen zu Anschaffungskosten geführte
           at-Equity Beteiligungen nachträglich at-Equity bewertet, anstatt diese einer Bewertung zum beizu-
           legenden Zeitwert zuzuführen. Hierzu wurde zum 1. Januar 2018 eine Umgliederung von 0,6 Mio.
           EUR von den Anteilen an sonstigen Unternehmen in die at-Equity bilanzierten Beteiligungen vorge-
           nommen und außerdem eine diesbezügliche Anpassungsbuchung gegen das Konzerneigenkapi-
           tal im Ausmaß von 1,5 Mio. EUR vorgenommen. Die angepassten Anteile an at-Equity bilanzierten
           Beteiligungen haben zum 1. Januar 2018 nach den genannten Anpassungen 163,4 Mio. EUR statt
           zuvor 161,3 Mio. EUR betragen.

           Das Modell für die Erfassung von Wertberichtigungen unter IFRS 9 erfordert den Ansatz von Wert-
           minderungen basierend auf erwarteten Kreditausfällen („expected credit losses“) und nicht nur – wie
           früher unter IAS 39 – von eingetretenen Verlusten („incurred credit losses“). Den neuen Wertminde-
           rungsvorschriften unterliegen im KELAG-Konzern insbesondere Forderungen aus Lieferungen und
           Leistungen, Wertpapiere sowie Bank- und Termineinlagen. Diesbezügliche Berechnungen für den
           1. Januar 2018 und den 31. Dezember 2018 haben jedoch gezeigt, dass die neue Wertminderungs-
           logik keine wesentlichen Auswirkungen im KELAG-Konzern mit sich bringt. Dies ist insbesondere
           auf ein stringentes Forderungs-und Risikomanagement zurückzuführen, wodurch sich der Konzern
           weitestgehend Kontrahenten mit „Investment Grade“-Einstufung, also hoher Bonität und geringem
           Kreditrisiko, gegenübersieht, sowie auf die Tatsache, dass geschäftsbedingt Forderungsausfälle in
           der Regel von untergeordneter Bedeutung sind.


           Die zum 31. Dezember 2017 bestehende Sicherungsbeziehung (Cashflow-Hedge der KRV) wurde in
           Übereinstimmung mit den Übergangsbestimmungen per 1. Januar 2018 fortgeführt.


           Neben den neuen  Vorschriften zur Bilanzierung finanzieller  Vermögenswerte umfasst IFRS 9
           geringfügige Änderungen im Hinblick auf die Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten. Für den
           KELAG-Konzern ergeben sich aus diesen Änderungen keine Auswirkungen.

           IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ ersetzt ab dem Geschäftsjahr 2018 IAS 11, IAS 18, IFRIC   IFRS 15
           13, IFRIC 15, IFRIC 18 und SIC-31. In diesem neuen Standard betreffend die Erlösrealisation ist ein
           fünfstufiges Modell zur Umsatzerlöserfassung vorgesehen. Zuerst ist/sind der Vertrag/die Verträge
           mit Kunden und anschließend die eigenständigen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren, um
           in weiterer Folge den Transaktionspreis zu bestimmen und auf die vertraglichen Leistungsver-
           pflichtungen aufzuteilen. Die Erlöserfassung erfolgt im fünften Schritt bei Erfüllung der Leistungs-
           verpflichtungen durch das Unternehmen, somit zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen
           Zeitraum. Im KELAG-Konzern wurde IFRS 15 erstmals zum 1. Januar 2018 unter Inanspruchnahme
           der in den Übergangsvorschriften vorgesehenen modifizierten retrospektiven Methode zur Erstan-
           wendung angewandt. Eine Anpassung der Vorjahresvergleichszahlen ist nicht erfolgt.

           Umsatzerlöse werden im KELAG-Konzern im  Wesentlichen in den folgenden Bereichen erzielt:
           Verkauf von Strom, Gas und  Wärme, Erbringung von Netzleistungen sowie Energiedienstleis-
           tungen. Ein großer Teil der Verträge im KELAG-Konzern betrifft sogenannte Eigenverbrauchsverträ-
           ge (Verträge, die nach IFRS 9.2.4 aus dem Anwendungsbereich des IFRS 9 ausgenommen sind) und
           fällt somit in den Anwendungsbereich von IFRS 15. Diejenigen Verträge, welche als Derivate nach
           IFRS 9 bilanziert werden, sind von den Regeln des IFRS 15 grundsätzlich ausgenommen. Nur bei
           physischer Erfüllung (also bei Inanspruchnahme der Own Use Exemption) werden diese als Umsatz-
           erlöse im Sinne von IFRS 15 behandelt.









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