Page 50 - KELAG Geschäftsbericht 2018
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Konzernlagebericht















                    die sich einkaufs- oder verkaufsseitig zwischen Vertrags- Regulierungsrisiken
                    abschluss  und  Erfüllung  anders  entwickeln  als  zunächst
                    erwartet. Diesen Risiken wird durch einen hohen Standar-  Im  regulierten  Strom-  und  Gasnetzbereich  bestehen  Ri-
                    disierungsgrad der Verträge sowie durch Abwälzung der   siken aus dem Anreizregulierungssystem. Dem Risiko der
                    Risiken von der Ein- auf die Verkaufsseite begegnet. Darü-  Nichtanerkennung von bestehenden Kostenpositionen bei
                    ber hinaus bestehen Risiken aus einer veränderten Nach-  der Tarifierung durch den Regulator wird durch ein aktives
                    frage durch Konjunkturentwicklungen und einer veränder-  Regulierungs- und Kostenmanagement entgegengewirkt.
                    ten Privatkundennachfrage.
                                                                  In den anderen Bereichen (Erzeugung, Handel,  Vertrieb
                    Das Unternehmen ist im Strombereich ein Nettoimporteur   und Wärme) bestehen rechtliche bzw. regulatorische Risi-
                    und muss im Gas- sowie Wärmebereich Brennstoffe zukau-  ken durch staatliche Eingriffe, wie beispielsweise die Ein-
                    fen. Dabei ist es dem Risiko ausgesetzt, dass Märkte nicht   führung neuer oder die Erhöhung bestehender Abgaben
                    liquide genug sind bzw. nicht jederzeit eine Eindeckung   oder Gebühren sowie Veränderungen in Marktmodellen,
                    mit den entsprechenden Commodities zu wirtschaftlichen   die zu Einschränkungen in der Geschäftstätigkeit führen.
                    Konditionen möglich ist.

                    Zur Steuerung der Markt- und Kreditrisiken wurden spezi- Investitionsrisiken
                    elle Commodity- und Kreditrisikorichtlinien entwickelt.
                                                                  Investitionsentscheidungen basieren auf der Investitions-
                                                                  und M&A-Richtlinie, die klare  Wirtschaftlichkeits- und
                    Mengen- und Marktpreisrisiken in der          Risikokriterien beinhaltet. Durch die Einhaltung hoher
                    Stromerzeugung                                Standards bei der Umsetzung der Investitionen werden
                                                                  technische Risiken auf ein Minimum reduziert.
                    Bei der Wasserkraft hängt das Erreichen einer geplanten
                    Produktionsmenge im  Wesentlichen von der  Wasserfüh-
                    rung und somit vom Wetter ab. Einflussfaktor für die Erlöse  Beteiligungsrisiken
                    ist neben der Menge auch das Marktpreisniveau. Risikomi-
                    nimierung wird durch eine langfristige Veräußerungsstra-  Beteiligungsrisiken entstehen durch mögliche Ergebnis-
                    tegie und über rollierende Aktualisierung der Wasserfüh-  schwankungen  der  Beteiligungsunternehmen.  Durch  ein
                    rungsprognosen vorgenommen.                   zielgerichtetes Beteiligungsmanagement entsprechend
                                                                  der Richtlinie (Frühwarnindikatoren sowie ein laufendes
                                                                  Monitoring und Reporting) wird das Risiko verringert. So-
                    Betriebsrisiken im Netz- und Erzeu-           fern die Buchwerte der Beteiligungen bei Werthaltigkeits-
                    gungsbereich (Strom, Gas, Wärme)              tests Abwertungserfordernisse ergeben, werden entspre-
                                                                  chende Wertberichtigungen vorgenommen.
                    Das Risiko des Auftretens von Defekten bei technischen An-
                    lagen, unter anderem auch durch flächendeckende massive
                    Wetterereignisse (Föhnstürme bzw. Nassschneefälle), wird  Finanzrisiko
                    durch eine entsprechende Instandhaltungsstrategie bzw.
                    durch Abschluss entsprechender Versicherungen minimiert.  Risikominimierung der Zins- und Währungsrisiken erfolgt
                                                                  durch ein ausreichendes Internes Kontrollsystem für sämt-
                                                                  liche in Verwendung stehenden Finanzprodukte.










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