Page 25 - KELAG Geschäftsbericht 2018
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ropäer“ auf europapolitischer Ebene endverhandelt werden.  Strategie. Bis 2030 soll die Deckung des Stromverbrauchs zu
                                                         100 % (national bilanziell) aus erneuerbaren Energiequellen
           Bereits im Juni 2018, noch unter bulgarischem Ratsvorsitz,   erfolgen (ausgenommen sind Regelenergie und die Eigen-
           einigten sich das Europäische Parlament, der Rat und die    stromerzeugung der Industrie). Zudem soll bis 2050 – zur
           Europäische Kommission im Rahmen der Trilogverhandlun-  Senkung der Treibhausgasemissionen um 36 % gegenüber
           gen auf eine Revision der Erneuerbare-Energien-Richtlinie   2005 – die Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien um-
           und der Energieeffizienz-Richtlinie sowie auf eine Neuer-  gestellt und der Ausstoß beim Verkehr weitgehend fossilfrei
           lassung einer Governance-Verordnung zur Lenkung der    werden. Hierzu wird bei Neuzulassungen eine Schwerpunkt-
           energie- und klimapolitischen Zielsetzungen der Mitglieds-  verschiebung hin zu emissionsfreien Pkw und leichten Nutz-
           staaten. Die finalen Gesetzestexte dieser drei Rechtsakte   fahrzeugen angestrebt. Auch im Energieeffizienzbereich
           wurden am 21. Dezember 2018 im Amtsblatt der Europäi-  sollen deutliche Anstrengungen unternommen werden, um
           schen Union veröffentlicht.                   die Klima- und Energieziele zu erreichen.


           Aufgrund dieser Einigung konnte sich die österreichische   Um den gesamten Prozess zu forcieren, wurden acht Hand-
           Ratspräsidentschaft auf die  Verhandlungen zur  Verord-  lungsfelder definiert, in welchen konkrete Maßnahmen
           nung über eine Agentur zur Zusammenarbeit der Regulie-  erfolgen sollen und mehrere Vorhaben ausgewählt, welche
           rungsbehörden (ACER-Verordnung), zur Verordnung über   die Bundesregierung als sogenannte „Leuchttürme“ in der
           die Beurteilung von und zum Umgang mit Risiken in der   laufenden Legislaturperiode prioritär umsetzen will.
           Elektrizitätsversorgung (Risikovorsorge-Verordnung) sowie
           zum neuen Strommarktdesign (Strombinnenmarkt-Richt-  Trennung Preiszone Deutschland-Österreich
           linie und Strombinnenmarkt-Verordnung) konzentrieren.
           Dabei waren vor allem die Integration erneuerbarer Ener-  Der unbegrenzte Handel auf dem deutsch-österreichischen
           gien, die Einbindung aktiver Konsumentinnen und Kon-  Strommarkt wurde aufgrund der deutlichen Zunahme von
           sumenten, die Digitalisierung und regionale Ansätze von   Kapazitäts- und Netzengpässen und ungeplanten Lastflüssen
           großer Bedeutung.                             in den Übertragungsnetzen mit 1. Oktober 2018 beschränkt.
                                                         Die Marktregulatoren beider Länder – Bundesnetzagentur
           Damit ist es unter österreichischer Ratspräsidentschaft zu   und E-Control – sind übereingekommen, die gemeinsame
           einer politischen Einigung aller noch ausstehenden Legis-  Strompreiszone aufzuteilen und den seit rund 15 Jahren
           lativakte  des  Maßnahmenpakets „Saubere  Energie  für  alle    bestehenden unbegrenzten Handel im deutsch-österreichi-
           Europäer“ gekommen.                           schen  Strommarkt  einzuschränken.  Es  können  aktuell  nur
                                                         noch bis zu 4,9 GW Strom durch Monats- und Jahreskapa-
           #mission2030 – Klima- und Energiestrategie    zitäten vergeben werden. Das entspricht in etwa der Hälfte
           der österreichischen Bundesregierung          des österreichischen Verbrauchs zu Spitzenzeiten.


           Am 28. Mai 2018 wurde von der österreichischen Bundes-  EU-Emissionshandelssystem
           regierung  die  integrierte  Klima-  und  Energiestrategie  be-
           schlossen, um den Weg für die Neugestaltung der zukünf-  Anfang  2018  wurde  der  Rechtsrahmen  des  europäischen
           tigen  Energieversorgung  Österreichs  aufzuzeigen.  Dabei   Emissionshandelssystems (ETS) für den nächsten Handels-
           bildet das Zieldreieck „Ökologische Nachhaltigkeit (Senkung   zeitraum  (Jahre  2021–2030)  überarbeitet,  um  die  Emis-
           der Treibhausgase, Steigerung der erneuerbaren Energien,   sionsreduktionsziele der EU für 2030 zu verwirklichen
           Verbesserung der Energieeffizienz) –  Versorgungssicher-  und dadurch einen Teil des Beitrags der EU zum Überein-
           heit – Wettbewerbsfähigkeit/Leistbarkeit“ den Rahmen der   kommen von Paris von 2015 zu leisten. Im Mittelpunkt












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