Page 114 - KELAG Geschäftsbericht 2018
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Konzernabschluss





                                      schaftliches Strompreisprognosemodell zur Erstellung mittel- und langfristiger Strompreisszenari-
                                      en für Energiemärkte determiniert. Für die Extrapolation der Strompreisprognosen (ab 2041) wird
                                      von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2,0 % ausgegangen. In jenen Fällen, in
                                      denen garantierte Einspeisetarife durch die jeweiligen öffentlichen Stellen gegeben sind, wurden
                                      diese für den relevanten Zeitraum angesetzt. Für erzielbare Beträge aus Wärmeprojekten dienen die
                                      Planpreisentwicklungen der Energieeinsatzmedien als Preisgerüst zur Ermittlung des erzielbaren
                                      Betrages. Diese werden vertragsgemäß über entsprechende Indexierungen auch zur Anpassung
                                      der Wärmeverkaufspreise angewandt.

                                      Das Preisgerüst für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten
                                      wird analog zur oben angeführten Vorgehensweise ermittelt, wobei ein Abschlag für Veräußerungs-
                                      kosten angesetzt wird.


             Ermittlung               Der Abzinsungssatz errechnet sich aus dem risikolosen Zins zuzüglich eines Risikozuschlages für
             der gewichteten          Fremdkapital (ermittelt auf Basis aktueller langfristiger Refinanzierungskosten) sowie dem Markt-
             Kapitalkosten
                                      risiko unter Berücksichtigung des Betafaktors.

                                      Der risikolose Basiszinssatz wird auf Grundlage von laufzeitäquivalenten Zinssätzen deutscher
                                      Bundesanleihen nach der sogenannten  „Svensson-Methode“ ermittelt. Dabei wurden für die
                                      Geschäftsbereiche Österreich Wärme, Windkraft und Wasserkraft ein laufzeitäquivalenter Zinssatz
                                      von 0,95 % (im Vorjahr 1,34 %) für eine Laufzeit von 30 Jahren und in den übrigen Geschäfts-
                                      bereichen von 0,57 % (im Vorjahr 0,87 %) für eine Laufzeit von 15 Jahren herangezogen. Die Fest-
                                      legung des laufzeitäquivalenten Zinssatzes basierte grundsätzlich auf der typischen durchschnittli-
                                      chen Kapitalbindung einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit.

                                      Die Marktrisikoprämie wurde einheitlich mit 7,50 % (im Vorjahr 7,00 %) festgelegt.

                                      Zur Berücksichtigung von höheren politischen und makroökonomischen Risiken ausländischer
                                      Geschäftsbereiche wurden in den Eigenkapitalkosten und in den Fremdkapitalkosten gesonderte
                                      Länderrisikoprämien berücksichtigt. Die Länderrisikoprämien wurden vorzugsweise direkt aus in
                                      Euro denominierten Staatsanleihen des betreffenden Landes bzw. mangels Verfügbarkeit indirekt
                                      auf Basis von Staatsanleihen vergleichbaren Ratings zum 31. Dezember 2018 ermittelt. Diese
                                      Methodik ist an die Ermittlung der von Damodaran publizierten Länderrisikoprämien angelehnt.


                                      Die Betafaktoren wurden auf Basis einer Peer-Group, bestehend aus europäischen Vergleichsunter-
                                      nehmen in der Stromerzeugung und einer mit der KELAG vergleichbaren operativen Risikostruktur,
                                      ermittelt. Für die kapitalmarktbezogene Berechnung der Peer-Groups wurden ein fünfjähriger
                                      Berechnungszeitraum, monatliche Renditeintervalle und lokale Referenzindizes verwendet.


                                      Die Fremdkapitalkosten der einzelnen Geschäftsbereiche werden auf Basis des jeweiligen risiko-
                                      losen Basiszinssatzes zuzüglich der Länderrisikoprämie bzw. dem Credit Spread der Peer-Group
                                      ermittelt. Zur Berechnung der Fremdkapitalkosten nach Steuern werden die lokalen nominellen
                                      Grenzsteuersätze herangezogen.

                                      Vor dem Hintergrund des volatilen Finanzmarktumfeldes wird die Entwicklung der Kapitalkosten
                                      (und insbesondere der Länderrisikoprämien) kontinuierlich beobachtet.

             Angaben zu bedingten     Der Kaufvertrag der Anteile an der Windfarm MV I aus dem Jahr 2010 sieht vor, dass die Verkäufer
             Kaufpreisbestandteilen   am 3-Jahres-Netto-Mehrertrag für die Jahre 2011 bis 2031 partizipieren sowie ein Anspruch auf eine
             aus Vorjahren
                                      Earn-Out-Zahlung aufgrund von erzielbaren Preisen für Grünstromzertifikate besteht. Die Neube-
                                      wertung der Verpflichtungshöhe ergibt einen Bilanzstand von 0,5 Mio. EUR (im Vorjahr 1,0 Mio. EUR).





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