Page 109 - KELAG Geschäftsbericht 2018
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Derivative Finanzinstrumente, welche im Zusammenhang mit Handel und Vertrieb von Energie
           entstehen, werden zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet. Die Erfassung unrealisierter
           Bewertungsgewinne bzw. -verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und  Verlustrechnung,
           außer es kommt zur Anwendung der Regeln für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen
           (Hedge Accounting) gemäß IFRS 9. Derzeit wird im KELAG-Konzern von der Anwendung des Hedge
           Accountings im Energiebereich kein Gebrauch gemacht.


           Sogenannte Eigenverbrauchsverträge, die für Zwecke des Empfanges oder der Lieferung nicht-
           finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-,  Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des
           KELAG-Konzerns abgeschlossen werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern
           als schwebende Geschäfte bilanziert (Own Use Exemption). Falls ein solcher Eigenverbrauchs-
           vertrag „belastend“ im Sinne von IAS 37 wird, so ist dafür eine Rückstellung für Verluste aus schwe-
           benden Geschäften zu bilden. Enthalten die Verträge eingebettete Derivate, so werden diese und
           die Basisverträge getrennt bilanziert, sofern die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken nicht eng
           mit jenen des Basisvertrages verbunden sind. Eine Neubeurteilung erfolgt nur bei einer Änderung
           von Vertragsbedingungen, wenn es dadurch zu einer signifikanten Änderung der Zahlungsströme
           kommt, die sich sonst aus dem Vertrag ergeben hätten.

           Sämtliche Geschäfte aus dem Eigenhandel stellen derivative Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 9
           dar. Diese werden bei positivem Zeitwert in den sonstigen Vermögenswerten, bei negativem beizu-
           legenden Zeitwert in den sonstigen Verbindlichkeiten erfasst.

           Die  beizulegenden  Zeitwerte  der  im  KELAG-Konzern  eingesetzten  Derivate  können  zu  jedem
           Bilanzstichtag zuverlässig ermittelt werden. Die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten
           im Strombereich erfolgt auf Basis von Börsenkursen und einer aus Börsenkursen abgeleiteten
           Preis-Forward Kurve. Im Gasbereich werden, wie bereits erwähnt, die Preisnotierungen der entspre-
           chenden virtuellen Handelspunkte direkt für die Bewertung herangezogen.


           Die Ergebnisse aus der Bewertung der beizulegenden Zeitwerte werden in den entsprechenden
           energiewirtschaftlichen Aufwands- und Ertragspositionen erfasst. Das resultierende Gesamt-
           ergebnis ist Teil des operativen Ergebnisses.

           Positive und negative Zeitwerte werden getrennt dargestellt. Liegt für eine Gegenpartei ein
           Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und
           negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.


           Energiehandelsgeschäfte, welche der energiewirtschaftlich wertschöpfenden  Tätigkeit zuzu-   Ausweis von
           ordnen sind und physisch erfüllt werden, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unsaldiert   Energiehandels-
                                                                                          geschäften
           ausgewiesen,  wohingegen  Geschäfte  aus  dem  reinen  Eigenhandel  netto  dargestellt  werden.
           Verträge, welche die Own Use Exemption in IFRS 9 erfüllen, sind jedenfalls der energiewirtschaftlich
           wertschöpfenden Tätigkeit zuzuordnen.












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