Page 105 - KELAG Geschäftsbericht 2018
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Für sämtliche nach dem 31. Dezember 2002 beginnenden (österreichischen) Arbeitsverhältnisse
           besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers auf gesetzliche Abfertigung. Für die von dieser Re-
           gelung betroffenen Arbeitnehmer zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53 % des Entgeltes in eine Mit-
           arbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden.
           Durch dieses Abfertigungsmodell ist der Arbeitgeber nur zur regelmäßigen Leistung der Beiträge
           verpflichtet und es wird daher als beitragsorientierter Plan gemäß IAS 19 bilanziert.

           Altersteilzeitverpflichtungen


           Im Konzern wird Mitarbeitern im Rahmen von Altersteilzeitmodellen die Möglichkeit geboten, vor
           dem Eintritt des ASVG-Pensionsanspruches unter Entgeltfortzahlung bis zum gesetzlich veranker-
           ten Pensionseintrittsalter ein gefördertes Altersteilzeitmodell in Anspruch zu nehmen. Das Alters-
           teilzeitmodell sieht ein Blockmodell vor, wobei die ersten 40 % des Zeitraumes vom Beginn der
           Altersteilzeit bis zum Pensionsantritt voll zu arbeiten sind und der Begünstigte für die restlichen 60 %
           des Zeitraumes freigestellt wird. Die Höhe des Bezugs während der Altersteilzeit wird mit 70 % des
           Monatsbezuges vor Antritt der Altersteilzeit vereinbart.

           Bei der Bewertung der in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellung kommt die Projected-Unit-Credit-
           Methode gemäß IAS 19 zur Anwendung, wobei die Neubewertung sofort ergebniswirksam
           realisiert wird. Die Bewertungsparameter entsprechen im Wesentlichen jenen für pensionsähnliche
           Verpflichtungen. Die daraus zu erfassenden Aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlust-
           rechnung großteils unter den Gehältern ausgewiesen.


           Sonstige Rückstellungen werden entsprechend den Regelungen des IAS 37 angesetzt, wenn für   Rückstellungen
           das Unternehmen eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund
           eines vergangenen Ereignisses vorliegt und es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem
           Mittelabfluss führen wird. Hierzu muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden
           können. Die Rückstellungen werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und
           nicht mit Erstattungsansprüchen saldiert. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis der bestmöglichen
           Schätzung ermittelt, mit der eine gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag erfüllt oder auf
           einen Dritten übertragen werden könnte. Dabei werden zukünftige Kostensteigerungen, die am
           Bilanzstichtag absehbar und wahrscheinlich sind, berücksichtigt.

           Im KELAG-Konzernabschluss werden ferner Drohverlustrückstellungen für erwartete Verluste aus
           „belastenden“ Verträgen gemäß den Bestimmungen von IAS 37 gebildet. Der Bilanzansatz spie-
           gelt die Höhe des erwarteten unvermeidbaren Ressourcenabflusses zu Vollkosten wider. Das ist
           der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrages und allfälliger Kompensationszahlungen bei
           Nichterfüllung. Die Erfassung von Wertminderungen auf mit „belastenden“ Verträgen verbundene
           Vermögenswerte geht jedoch der Erfassung von Drohverlustrückstellungen vor.

           Langfristige Rückstellungen werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages
           wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewer-
           tungsregeln des Konzerns werden grundsätzlich jene Rückstellungen, deren Erfüllung mehr als
           12 Monate in der Zukunft liegt, diskontiert. Der Diskontierungszinssatz ist ein an die schuldspezi-
           fischen Risiken angepasster Vor-Steuer-Zinssatz. Die Aufzinsungsbeträge werden als Zinsaufwand
           ausgewiesen, etwaige Zinsänderungseffekte werden im operativen Ergebnis erfasst.













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