Page 25 - KELAG Geschäftsbericht 2019
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Risiken für die globale Wirtschaftsentwicklung in den kom-  MWh. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies einen Preisrück-
           menden Monaten von weiterem Druck auf die Ölpreise   gang im Bereich Grundlast von rd. 5 EUR je MWh bzw. einen
           auszugehen.                                   Rückgang von rd. 6 EUR je MWh bei Spitzenlast.

           Die Gaspreise am Spotmarkt (NCG) notierten 2019 bei   Die Preissituation am  Terminmarkt AT war im Jahr 2019
           durchschnittlich rd. 14 EUR je MWh und lagen somit um   durch eine deutliche Erhöhung geprägt, im Zuge derer die
           rd. 39 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahres-  Preise für Kontrakte für das nachfolgende Jahr (Forward
           zeitraums. Der Gasmarkt wird primär durch kurzfristige, öl-  2020) um rd. 10 % auf durchschnittlich 51 EUR je MWh für
           preisunabhängige Handelsgeschäfte bestimmt. Nur noch   Grundlast und um rd. 9 % auf durchschnittlich 62 EUR je
           geringe  Teile der Langfristverträge zur Gaseinfuhr nach   MWh für Spitzenlast stiegen.
           Europa sind ölpreisindiziert.
                                                         Die entsprechenden Preise am Terminmarkt DE (Forward
           Die Preise für Importsteinkohle in Nordwesteuropa lagen   2020) beliefen sich im Jahr 2019 auf durchschnittlich
           2019 mit durchschnittlich 71 USD je Tonne um rd. 19 % unter   48 EUR je MWh für Grundlast (+9 %) und durchschnittlich
           dem Durchschnittspreis der Vorjahresperiode von 87 USD   58 EUR je MWh (+7 %) für Spitzenlast.
           je Tonne. Aufgrund des in mehreren EU-Mitgliedsstaaten
           bereits festgelegten Ausstiegspfades aus der Kohleverstro-
           mung hat die europäische Nachfrage eine abnehmende
           Bedeutung für die Preisbildung am  Weltmarkt.  Vielmehr
           wird Letztere in erster Linie durch die Bedarfsentwicklung
           im asiatisch-pazifischen Raum bestimmt. In dieser Region
           ist angesichts massiver Umweltprobleme insgesamt eher
           von einem Abflachen der Kohlenachfrage auszugehen.


           Entgegen der Entwicklung an den Brennstoffmärkten war
           im europäischen Emissionshandel 2019 ein deutlicher Preis-
           anstieg zu verzeichnen. Der Preis für ein Emissionszertifikat
           belief sich im Jahresmittel auf 26 EUR je Tonne CO , was
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           nahezu einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr ent-
           spricht. Hier zeigten vor allem die strukturellen Maßnah-
           men der EU zur Verknappung des Zertifikatangebots ihre
           Wirkung.

           Mit Oktober 2018 trat die Preiszonentrennung Öster-
           reich-Deutschland in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt gibt es an
           der Börse unterschiedliche Strompreisnotierungen für die
           österreichische und die deutsche Preiszone.

           An der Energiebörse EPEX SPOT lagen die Durch-
           schnittspreise im Berichtszeitraum für Grundlastkontrakte
           im österreichischen Spothandel bei 40 EUR je MWh und für
           Spitzenlastkontrakte bei 46 EUR je MWh. Gegenüber dem
           Jahr 2018 (gemeinsame Strompreiszone AT/DE bis Okto-
           ber) ergibt sich somit ein Rückgang der Preise im Bereich
           Grundlast von rd. 4 EUR je MWh bzw. ein Rückgang von
           rd. 5 EUR je MWh bei Spitzenlast.

           Im gleichen Zeitraum beliefen sich die Durchschnittspreise
           für Grundlastkontrakte im deutschen Spothandel bei
           38 EUR je MWh und für Spitzenlastkontrakte bei 44 EUR je




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