Page 24 - KELAG Geschäftsbericht 2019
P. 24

Konzernlagebericht








                   Unter-                                         verhaltenen Wirtschaftsentwicklung. Export- und Industrie-
                                                                  dynamik nahmen deutlich ab und die Investitionen expan-
                                                                  dierten merklich verhaltener. Kompensatorisch blieb der
                   nehmen                                         private Konsum eine wichtige Konjunkturstütze. Die positi-
                                                                  ve Beschäftigungsdynamik, die kräftigen Lohnerhöhungen
                                                                  und der Familienbonus, der wohl auch noch im kommenden
                   und Umfeld                                     Jahr  expansiv  wirkt,  führten  hingegen  zu  kräftigen  Real-
                                                                  einkommenszuwächsen.

                                                                  Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt reagierte erst
                                                                  mit Verzögerung auf die Eintrübung der Konjunktur. Im Jahr
                          |                                       2019 stieg die Beschäftigung deshalb nochmals kräftig und
                    Wirtschaftliches Umfeld                       die Arbeitslosenquote fiel laut internationaler Definition auf
                                                                  4,6 % (2018: 4,9 %). Im Jahr 2020 dürfte die Beschäftigungs-
                    Die  Weltwirtschaft expandiert weiterhin nur sehr verhal-  dynamik aber merklich nachlassen. Allerdings sollte sich
                    ten. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2019   auch der Anstieg des Arbeitskräfteangebots verlangsamen,
                    hat sich das Expansionstempo in den entwickelten Volks-  sodass die Arbeitslosenquote im Wesentlichen unverändert
                    wirtschaften wieder verlangsamt. Auch die globalen Stim-  bleiben sollte.
                    mungsindikatoren weisen weiterhin tendenziell nach unten
                    und die globalen wirtschaftspolitischen Unsicherheiten wie   Die Inflationsrate schwächte sich bereits gegen Ende 2018
                    handelspolitische Konflikte bleiben hoch. Eine weltweite Re-  merklich ab und dürfte auch im Prognosezeitraum mäßig
                    zession zeichnet sich dennoch nicht ab. Die Finanzierungsbe-  bleiben. Für 2020 erwartet das WIFO einen Verbraucherpreis-
                    dingungen bleiben wegen der lockeren Geldpolitik günstig,   anstieg in Höhe von 1,7 % (2019: 1,6 %).
                    die Fiskalpolitik liefert mancherorts Impulse für die Konjunk-
                    tur und die Konsumnachfrage der privaten Haushalte nimmt  Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen
                    in vielen Ländern weiterhin kräftig zu. Die Organisation für
                    wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)   Der österreichweite Stromverbrauch ist im Jahr 2019 mit
                    erwartet sowohl für 2019 als auch für 2020 Jahre mit schwa-  einem Gesamtvolumen in Höhe von 71,2 TWh gegenüber
                    chem Konjunkturwachstum. Nach aktuellen Prognosen aus   dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 0,1 % geringfü-
                    dem vierten Quartal 2019 wird das Jahr mit einem globalen   gig zurückgegangen. Erzeugungsseitig nahm der Anteil
                    Wirtschaftswachstum in Höhe von 2,9 % zu Ende gehen. Für   erneuerbarer Energie in Österreich wiederum zu. So stieg
                    2020 wird ein Wachstum von 3,0 % prognostiziert.  die installierte Windkraftleistung im abgelaufenen Jahr um
                                                                  196 MW auf nunmehr insgesamt 3.241 MW.
                    Auch in einem Großteil der EU-Länder und im Euroraum
                    blieb die  wirtschaftliche Dynamik verhalten.  Nach letzten   Beim landesweiten Erdgasverbrauch war im Berichtszeit-
                    Prognosen liegt das jährliche Wirtschaftswachstum im Euro-  raum 2019 ein Anstieg gegenüber der entsprechenden
                    raum für 2019 bei rd. 1,1 % nach 1,9 % im Jahr 2018. Im Jahr   Vorjahresperiode von 3,1 % auf insgesamt rd. 99,0 TWh zu
                    2020 dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 1,2 % zunehmen.   verzeichnen. Hierfür war in erster Linie der höhere Einsatz
                    Der  Leitzins  der  Europäischen  Zentralbank  (EZB)  liegt  seit   von Gaskraftwerken verantwortlich.
                    März 2016 auf einem historischen Allzeittief von 0,0 %, wobei
                    die EZB weiterhin auf Kontinuität im Niedrigzinskurs beharrt.  Die Preisentwicklung an den internationalen Brennstoff-
                                                                  märkten verlief 2019 überwiegend negativ. Die Preise der
                    Österreichs Wirtschaft wird im Jahr 2020, wie bereits 2019,   Commodities Öl, Gas und Kohle lagen unter den Notierun-
                    nur gedämpft wachsen. Für 2019 prognostizierten das Wirt-  gen des Jahres 2018.
                    schaftsforschungsinstitut (WIFO) und das Institut für Höhe-
                    re Studien (IHS) in den zuletzt verfügbaren Prognosen ein   Der Preis für Rohöl der Sorte Brent lag im Durchschnitt
                    Wachstum in Höhe von 1,7 % bzw. 1,5 %. Auch für das Jahr   bei 64 USD je Barrel. Dies entspricht einem Rückgang von
                    2020 wurden die Wachstumsraten in den letzten Prognosen   rd. 11 % gegenüber dem  Vergleichszeitraum 2018. Ins-
                    auf 1,4 % bzw. 1,3 % gesenkt. In Österreich verlangsamte   gesamt ist aufgrund der vom Handelsstreit zwischen den
                    sich das Wachstum im Jahr 2019 vor allem im Sog der global   USA und China sowie der vom Coronavirus ausgehenden




            22     Geschäftsbericht_2019
   19   20   21   22   23   24   25   26   27   28   29