Page 132 - KELAG Geschäftsbericht 2019
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Konzernabschluss















             Eventual-                Etwaige Eventualverbindlichkeiten werden regelmäßig in Bezug auf ihre Eintrittswahrschein-
             verbindlichkeiten        lichkeit beurteilt. Ist die Wahrscheinlichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem
                                      Nutzen weder hinreichend wahrscheinlich, sodass eine Rückstellungsbildung geboten ist, noch
                                      unwahrscheinlich, so werden die betreffenden Verpflichtungen als Eventualverbindlichkeiten er-
                                      fasst. Die Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbe-
                                      zogenen Inputs (sofern möglich) vorgenommen.


             Bewertung von            Die Bewertung von Rückstellungen erfolgte im vorliegenden Abschluss aufgrund von Annahmen
             Rückstellungen           und Schätzungen zum Bilanzstichtag (siehe RZ 23 und RZ 27). Die wesentlichen Einflussfaktoren
                                      waren dabei die Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung von Energiepreisen, des
                                      Erfolges von Verhandlungen und des Diskontierungssatzes. Der Diskontierungssatz beträgt für
                                      langfristige Rückstellungen je nach Fristigkeit der zugrunde liegenden Verpflichtung zwischen
                                      0,00 % und 0,34 % (im Vorjahr zwischen 0,75 % und 1,50 %).

                                      Die Rückstellungen für Maßnahmen bei Kraftwerken resultieren neben Behördenauflagen auch
                                      aus sonstigen rechtlichen Erfordernissen, wie zum Beispiel aktuellen Schadensfällen. Zudem wer-
                                      den bilanzielle Vorsorgen für betrieblich erforderliche privatrechtliche Verpflichtungen und sei-
                                      tens der Behörde bescheidmäßig festgestellte Stauraumräumungen unter dieser Position ausge-
                                      wiesen. Insgesamt wurden daraus in den kurzfristigen Rückstellungen 11,8 Mio. EUR (im Vorjahr
                                      19,3 Mio. EUR) erfasst.

                                      Es bestehen mehrere langfristige Gasspeicherverträge, die zwischen 2020 und 2027 auslaufen.
                                      Aufgrund der signifikanten Änderung des Marktmodells (z. B. Tagesbilanzierung für Kleinkunden)
                                      stehen die Speicherkapazitäten weiterhin unter wirtschaftlichem Druck, da eine Strukturierung
                                      oftmals über den Markt möglich ist. Aufgrund dieser Tatsachen liegen hier belastende Verträge
                                      gemäß IAS 37.10 vor. Der rückzustellende Verlust im langfristigen Bereich in Höhe von 5,7 Mio.
                                      EUR (im Vorjahr 6,5 Mio. EUR) aus diesen Verträgen ergibt sich als Saldogröße zwischen den Kos-
                                      ten aus der Vertragserfüllung aus den Erdgasspeicherverträgen und den aus den Speicherkapa-
                                      zitäten erzielbaren Erlösen.

                                      Die KELAG ist verpflichtet, Energielieferungen an Vertragspartner zu nachteiligen Konditionen
                                      vorzunehmen. Außenverpflichtende Ablöseangebote liegen vor und Ablösen werden in Kampa-
                                      gnen umgesetzt. Die langfristige Rückstellung in Höhe von 28,6 Mio. EUR (im Vorjahr 18,6 Mio.
                                      EUR) bildet den erwarteten Ressourcenabfluss aus dem niedrigeren der beiden Beträge aus der
                                      Abfindung und der Erfüllung nachteiliger Verträge ab. Durch die gewonnenen Erfahrungswerte
                                      aus den vergangenen Ablöseangeboten hat die KELAG diese Rückstellung in unterschiedliche
                                      Annahmetranchen bzw. einer Nicht-Annahmetranche untergliedert. Diese Vorgehensweise ent-
                                      spricht den Erwartungen und verfolgten Strategien der KELAG im Umgang mit den historisch
                                      begünstigten Verträgen.















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