Page 123 - KELAG Geschäftsbericht 2019
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Derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert sind im Posten Forderungen
           aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte, solche mit
           negativem beizulegendem Zeitwert in den Posten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistun-
           gen und sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag
           mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der
           Transaktionen für die entsprechenden Zeiträume für Zwecke der Bilanzdarstellung saldiert.


           Sogenannte Eigenverbrauchsverträge, die für Zwecke des Empfanges oder der Lieferung nichtfi-
           nanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des KELAG-
           Konzerns abgeschlossen werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als
           schwebende Geschäfte bilanziert (Own Use Exemption). Falls ein solcher Eigenverbrauchsvertrag
           „belastend“ im Sinne von IAS 37 wird, so ist dafür eine Rückstellung für Verluste aus schweben-
           den Geschäften zu bilden. Enthalten die Verträge eingebettete Derivate, so werden diese und die
           Basisverträge getrennt bilanziert, sofern die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken nicht eng mit
           jenen des Basisvertrages verbunden sind. Eine Neubeurteilung erfolgt nur bei einer Änderung
           von Vertragsbedingungen, wenn es dadurch zu einer signifikanten Änderung der Zahlungsströ-
           me kommt, die sich sonst aus dem Vertrag ergeben hätten.

           Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich werden ebenso zu ihrem beizulegenden Zeitwert   Derivative
           (Fair Value) bilanziert, wobei die Bewertung grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung zu   Finanzinstrumente
                                                                                          im Finanzbereich
           erfassen ist, es sei denn, die Regelungen zu Hedge Accounting werden angewandt.  und Hedge
                                                                                          Accounting
           Der KELAG-Konzern wendet Hedge Accounting im Zusammenhang mit dem Risiko aus Schwankungen
           von variablen Zinscashflows an, welche durch einen Zinsswap abgesichert werden (Cashflow Hedge).

           Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich nach dem fünfstufigen Modell in IFRS 15:   Ertrags-
           Zuerst ist/sind der Vertrag/die Verträge mit Kunden und anschließend die eigenständigen Leis-  realisierung
           tungsverpflichtungen zu identifizieren, um in weiterer Folge den Transaktionspreis zu bestimmen
           und  auf  die  vertraglichen  Leistungsverpflichtungen  aufzuteilen.  Die  Erlöserfassung  erfolgt  im
           fünften Schritt bei Erfüllung der Leistungsverpflichtungen durch das Unternehmen, somit zu ei-
           nem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum.

           Die Umsatzerlöse resultieren überwiegend aus den Verkäufen von Strom, Gas und Wärme an
           Industrie- und Haushalts- sowie Gewerbekunden, Energieversorgungsunternehmen und Strom-
           börsen sowie von Netz- und Energiedienstleistungen. Die Umsatzerlöse aus Netzleistungen
           umfassen Erlöse aus nationalen Netztarifen, die seitens der Energie-Control Austria für die Re-
           gulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control) per Verordnung zur Abdeckung der
           Kosten des Netzes gewährt werden. Zum Teil werden bei Verträgen zur Lieferung von Strom und
           Gas den Kunden auch Netzkosten von Drittanbietern in Rechnung gestellt. Da keine Kontrolle
           über die Netzdienstleistungen vor Übertragung an den Kunden durch die KELAG vorliegt, ist die
           KELAG in Bezug auf diese Leistungen als Agent anzusehen. Die Erlöse aus diesen Netzdienstleis-
           tungen werden somit saldiert mit den entsprechenden Netzaufwendungen dargestellt, womit es
           zu keiner gesonderten Umsatzrealisierung hieraus kommt.









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