Page 121 - KELAG Geschäftsbericht 2019
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Der KELAG-Konzern ist im Tätigkeitsbereich Netz einem regulierten Tarifregime unterworfen, wo-
           bei die Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Con-
           trol) in Österreich als Regulierungsbehörde auftritt.


           In diesem Konzernabschluss werden weder regulatorische Vermögenswerte aktiviert noch regu-
           latorische Schulden passiviert, da der Ansatz solcher Vermögenswerte und Schulden gem. aktuell
           gängiger Auslegung der IFRS nicht sachgerecht ist.

           Als Energiezertifikate werden im KELAG-Konzern v. a. Grünstromzertifikate verwendet. Diese fal-  Zertifikate
           len unter die erfolgsbezogenen Zuwendungen und sind gem. IAS 20.7 zu dem Zeitpunkt bilanz-   aus dem
           ansatzfähig, an dem gewährleistet ist, dass das Unternehmen die Voraussetzungen erfüllt und die   Energiebereich
           Zuwendungen auch tatsächlich fließen. In diesem Fall werden die Zertifikate im KELAG-Konzern
           zum beizulegenden Zeitwert erfasst.

           Eine Zertifikatebewertung zum beizulegenden Zeitwert bedeutet, dass die Zertifikate bei Erwerb
           des Rechtsanspruches (in der Regel Produktion von Strom in zertifizierten Kraftwerken) als Vorrat er-
           fasst werden. Der Ertrag aus der Zuteilung der Zertifikate wird dabei in den sonstigen betrieblichen
           Erträgen ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt ggf. zum niedrigeren Nettoveräußerungswert.
           Die Erlöse aus dem Verkauf von Grünstromzertifikaten werden in den Umsatzerlösen erfasst.


           Der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand für das abgelaufene   Ertragsteuern
           Geschäftsjahr umfasst die für die einzelnen Gesellschaften aus dem steuerpflichtigen Einkommen
           und dem anzuwendenden Steuersatz errechnete Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten
           Steuerschulden und -ansprüche.

           Mit dem Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag vom 7. Dezember 2004 bildete die KELAG als Grup-
           penmitglied mit der KEH als Gruppenträgerin eine steuerliche Unternehmensgruppe gemäß § 9
           KStG. Seit dem Jahr 2005 wurde diese steuerliche Unternehmensgruppe um mehrere Gruppen-
           mitglieder aus dem Konzern erweitert. Vom Gruppenträger werden an die Gruppenmitglieder die
           von ihnen verursachten Körperschaftsteuerbeträge nach der Stand-Alone-Berechnungs-Methodik
           mittels Steuerumlage weiterverrechnet. Durch die Verrechnung von Steuerumlagen erfolgt eine
           Korrektur des Steueraufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung des Gruppenträgers.


           Temporäre Differenzen, welche aus der steuerlichen Abschreibbarkeit von Firmenwerten in Folge-
           perioden entstehen bzw. sich verändern, werden einer latenten Steuer zugeführt.


           Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die erfolgsneutral erfasst werden, werden ebenfalls
           entsprechend des ihnen zugrunde liegenden Geschäftsvorfalls erfolgsneutral verbucht.


           Der auf das Mutterunternehmen anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 25,0 %. Für die
           vollkonsolidierten Gesellschaften wurden folgende Ertragsteuersätze angewandt:












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