Page 119 - KELAG Geschäftsbericht 2019
P. 119

Altersteilzeitverpflichtungen

           Im Konzern wird Mitarbeitern im Rahmen von Altersteilzeitmodellen die Möglichkeit geboten,
           vor dem Eintritt des ASVG-Pensionsanspruches unter Entgeltfortzahlung bis zum gesetzlich ver-
           ankerten Pensionseintrittsalter ein gefördertes Altersteilzeitmodell in Anspruch zu nehmen. Das
           Altersteilzeitmodell sieht ein Blockmodell vor, wobei die ersten 40 % des Zeitraums vom Beginn
           der Altersteilzeit bis zum Pensionsantritt voll zu arbeiten sind und der Begünstigte für die restli-
           chen 60 % des Zeitraums freigestellt wird. Die Höhe des Bezuges während der Altersteilzeit wird
           mit 70 % des Monatsbezuges vor Antritt der Altersteilzeit vereinbart.

           Bei der Bewertung der in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellung kommt die Projected-Unit-
           Credit-Methode gemäß IAS 19 zur Anwendung, wobei die Neubewertung sofort ergebniswirk-
           sam realisiert wird. Die Bewertungsparameter entsprechen im Wesentlichen jenen für pensions-
           ähnliche Verpflichtungen. Die daraus zu erfassenden Aufwendungen werden in der Gewinn- und
           Verlustrechnung großteils unter den Gehältern ausgewiesen.

           Sonstige Rückstellungen werden entsprechend den Regelungen des IAS 37 angesetzt, wenn für   Rückstellungen
           das  Unternehmen  eine  rechtliche  oder  faktische Verpflichtung  gegenüber einem Dritten auf-
           grund eines vergangenen Ereignisses vorliegt und es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung
           zu einem Mittelabfluss führen wird. Hierzu muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt
           werden können. Die Rückstellungen werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag an-
           gesetzt und nicht mit Erstattungsansprüchen saldiert. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis der
           bestmöglichen Schätzung ermittelt, mit der eine gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag
           erfüllt oder auf einen Dritten übertragen werden könnte. Dabei werden zukünftige Kostensteige-
           rungen, die am Bilanzstichtag absehbar und wahrscheinlich sind, berücksichtigt.

           Im KELAG-Konzernabschluss  werden ferner Drohverlustrückstellungen für erwartete  Verluste
           aus „belastenden“ Verträgen gemäß den Bestimmungen von IAS 37 gebildet. Der Bilanzansatz
           spiegelt die Höhe des erwartet unvermeidbaren Ressourcenabflusses zu Vollkosten wider. Das ist
           der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrages und allfälliger Kompensationszahlungen bei
           Nichterfüllung. Die Erfassung von Wertminderungen auf mit „belastenden“ Verträgen verbunde-
           ne Vermögenswerte geht jedoch der Erfassung von Drohverlustrückstellungen vor.


           Langfristige Rückstellungen werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages
           wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Gemäß den Bilanzierungs- und Be-
           wertungsregeln des Konzerns werden grundsätzlich jene Rückstellungen, deren Erfüllung mehr
           als 12 Monate in der Zukunft liegt, diskontiert. Der Diskontierungszinssatz ist ein laufzeitäquiva-
           lenter risikoloser Vor-Steuer-Zinssatz; etwaige Risiken werden in den künftigen Zahlungsflüssen
           berücksichtigt. Die Aufzinsungsbeträge werden als Zinsaufwand ausgewiesen, etwaige Zins-
           änderungseffekte werden im operativen Ergebnis erfasst.













                                                                                                          117
   114   115   116   117   118   119   120   121   122   123   124