Page 34 - Geschäftsbericht 2017
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                                                                  satzes hohe Wirkungsgrade bei gleichzeitig geringer Um-
                    Wärme                                         weltbelastung auf.

                    Wärme aus Biomasse und Abwärme                Im  Geschäftsjahr  2017  wurde  mit  der  Umsetzung  des
                    Der Geschäftsbereich Wärme wird im Konzern durch meh-  Projektes zur Errichtung einer Wärmetransportleitung von
                    rere  Gesellschaften  repräsentiert.  Neben  der  KELAG  Wär-  der  Kärntner  Restmüllverwertungs  GmbH  in  Arnoldstein
                    me  GmbH  ist  auch  die  Kärntner  Restmüllverwertungs   zur  Anbindung  an  das  Fernwärmenetz  in  Villach  begon-
                    GmbH im Geschäftsbereich Wärme gebündelt. Die KELAG   nen. Die Inbetriebnahme der Transportleitung erfolgt bis
                    Wärme GmbH ist das größte überregional tätige Wärme-  zum Beginn der Heizperiode 2018/19. Über eine rd. 15 km
                    dienstleistungsunternehmen  in  Österreich  und  betreibt   lange  Transportleitung  können  in  weiterer  Folge  bis  zu
                    79 Fernwärmenetze sowie rd. 900 Heizzentralen. Der Fokus   50 %  der  in  Villach  benötigten  Wärmemenge  durch  die
                    der  unternehmerischen  Tätigkeit  liegt  auf  der  nachhalti-  Nutzung von Abwärme aus der Restmüllverwertungsanla-
                    gen und umweltfreundlichen Erzeugung von Wärme und   ge in Arnoldstein aufgebracht und somit vor allem Erdgas
                    Prozessenergie  in  Österreich.  Das  Leistungsspektrum   ersetzt  werden.  Damit  wird  die  nachhaltige  ökologische
                    umfasst Dienstleistungen wie die Führung von Heizzentra-  Fernwärmeversorgung  im  größten  Fernwärmenetz  der
                    len  oder  die  Bereitstellung  von  Heizungs-  und  Prozess-   KELAG  Wärme  GmbH  auch  für  zukünftige  Ausbauten
                    energie. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch mit je   sichergestellt. Fossile Energieträger werden durch Abwär-
                    einer Tochtergesellschaft in Slowenien sowie der Tschechi-  me   substituiert   und   gleichzeitig   Energieeffizienz-
                    schen Republik vertreten.                     Potenziale  realisiert.  Für  das  Brauquartier,  ein  Wohnbau-
                                                                  projekt  in  Graz,  wird  derzeit  ein  zukunftsweisendes  Wär-
                    Industrielle  Abwärme  und  Biomasse  werden  für  die  Her-  meprojekt  umgesetzt.  Durch  die  Nutzung  von  Abwärme
                    stellung  von Wärme  als  Primärenergie eingesetzt.  In  die-  aus  dem  Gärprozess  einer  angrenzenden  Brauerei  wird
                    sem  Bereich  ist  die  KELAG  Wärme  GmbH  österreichweit   durch  Einsatz  einer  Hochtemperaturwärmepumpe  die
                    führend. Es werden bereits rd. 62 % der benötigten Wärme   Wärmeversorgung  des  entstehenden  Wohnbauprojektes
                    auf  Basis  von  erneuerbaren  Rohstoffen  und  Abwärme   sichergestellt.  Erstmalig  wird  damit in  der KELAG  Wärme
                    generiert. Wo industrielle Abwärme nicht genutzt werden   GmbH  die  Wärmeversorgung  durch  Nutzung  einer  Wär-
                    kann  und  die  Wärmeerzeugung  auf  Basis  von  Biomasse   mepumpe umgesetzt. Im Fernwärmenetz Lieboch wurde
                    nicht möglich ist, wird bevorzugt Erdgas – der mit Abstand   aufgrund des Alters der bestehenden Biomasseanlage im
                    umweltfreundlichste  aller  fossilen  Energieträger  –  einge-  Jahr 2017 ein neuer Biomassekessel mit einer Leistung von
                    setzt.                                        4  MW  installiert,  wodurch  eine  deutliche  Steigerung  des
                                                                  Wirkungsgrades  der  Anlage  erzielt  werden  konnte.  Bei
                    Neben der Umsetzung neuer Projekte steht vor allem die   dem  im  Fernwärmenetz  Hartberg  installierten,  mehr  als
                    kontinuierliche Verdichtung bestehender Fernwärmenetze   30 Jahre alten Biomassekessel wurde die gesamte Steue-
                    zur Versorgung neuer Kunden im Fokus. In diesem Kontext   rung der Anlage erneuert, womit ein deutlich effizienterer
                    wird besonderes Augenmerk auf Effizienzsteigerungen bei   und automatisierter Betrieb der Anlage ermöglicht wird. In
                    bereits in Betrieb befindlichen Erzeugungsanlagen gelegt.   anderen,  bereits  bestehenden  Netzen,  insbesondere  in
                    Intelligente  Anlagen-  und  Fernwärmenetzsteuerungen   Villach,  Wolfsberg  und  Spittal  an  der  Drau,  wurden  die
                    gewährleisten  einen  effizienten  Anlagen-  und  Ressour-  Fernwärmesysteme weiter ausgebaut bzw. verdichtet und
                    ceneinsatz  und  tragen  damit  zu  einer  größtmöglichen   weitere Kunden an das Fernwärmenetz angeschlossen.
                    Schonung  der  Umwelt  bei.  Darüber  hinaus  weisen  die
                    Anlagen aufgrund des relativ verminderten Brennstoffein-




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