Page 23 - Geschäftsbericht 2017
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 Unter-  genen Expansion befindet. Das Wachstum des realen BIP   Die  Preise  an  den  internationalen  Brennstoffmärkten  er-  die  anhaltenden  Produktionsausfälle  in  französischen
 beschleunigte  sich  bereits  im  Jahr  2016  auf  1,4 %  und
           holten sich von ihren Tiefstständen im Jahr 2016 weiter.
                                                         Kernkraftwerken  führten  im  Jahr  2017  zu  steigenden
 nehmen und   betrug  2017  rd.  2,8 %. Auch für das Jahr 2018 wird das   Die Rohölpreisnotierung für die Sorte Brent liegt im Jah-  Notierungen an den Strom-Großhandelsmärkten.
 Wachstum  aktuellen  Prognosen  zufolge  bei  rd.  2,5 %  lie-
 Umfeld   gen.  Für  die  Jahre  2018  bis  2022  wird  in  der  aktuellen   resdurchschnitt  mit  55 USD  je  Barrel  um  rund  20 %  über   An  der  Energiebörse  EPEX-Spot  lagen  die  Durchschnitts-
                                                         preise  für  Grundlastkontrakte  im  Spothandel  2017  bei
           dem  Vorjahresniveau  von  45 USD  je  Barrel.  Obwohl  die
 mittelfristigen  Prognose  des  Wirtschaftsforschungsinsti-
 tuts  (WIFO)  die  österreichische  Wirtschaft  mit  durch-  OPEC  am  30. November  2016  eine  Förderkürzung  be-  34,2 EUR  je  MWh.  Für  Spitzenlastkontrakte  errechneten
 schnittlich  2,0 %  pro  Jahr  wachsen.  Das  ist  um   schloss, an der sich auch Russland beteiligte, erreichte der   sich  42,7 EUR  je  MWh.  Gegenüber  dem  Jahr  2016  ent-
 1,25 Prozentpunkte mehr als in den schwachen Jahren von   Ölpreis  im  Juni  den  Jahrestiefstand.  Die  zuletzt  ausge-  spricht  dies  einer  Steigerung  von  5,2 EUR  je  MWh  (rd.
 2012 bis 2016.   zeichneten  Daten  zur  Weltkonjunktur  trieben  den  Preis   18 %)  bei  Grundlast  bzw.  7,7 EUR  je  MWh  (rd.  22 %)  bei
 Wirtschaftliches Umfeld
           zum Jahresende auf rd. 67 USD je Barrel. Am 30. November   Spitzenlast.
 Die  weltwirtschaftliche  Entwicklung,  insbesondere  der   Die wirtschaftliche Expansion gepaart mit arbeitsmarktpo-  2017 verlängerte die OPEC und zehn Nicht-OPEC-Staaten
 Welthandel,  hat  zur  Jahreswende  2016/2017  stark  an   litischen  Maßnahmen  ermöglichen  in  Österreich  bis  ein-  nun ihr Förderlimit bis Ende 2018. Die Kürzung entspricht   Im  Terminmarkt  gestaltete  sich  die  Preissituation  ähnlich
 Dynamik  gewonnen.  Neun  Jahre  nach  Ausbruch  der  Fi-  schließlich 2019 eine Ausweitung der Beschäftigung über   rund 2 % der Weltproduktion. Ein weiterer Ölpreisanstieg   wie  im  Spotmarkt  und  zeigte  einen  Preisanstieg  um  rd.
 nanz-  und  Wirtschaftskrise,  der  darauffolgenden  Staats-  dem Arbeitskräfteangebot und damit einen Rückgang der   wird von Analysten skeptisch gesehen, da bei einem höhe-  22 %, wobei der wesentliche Anstieg im zweiten Halbjahr
 schuldenkrise im Euroraum und den Rezessionen in meh-  Arbeitslosenquote.  Selbige  betrug  gemäß  Eurostat-  ren  Preisniveau  eine  Ausweitung  der  US-amerikanischen   zu verzeichnen war. Die  Kontrakte im Jahr 2017 für das
 reren  rohstoffexportierenden  Ländern  hat  sich  die  Lage   Berechnung im Jahr 2017 rd. 5,6 %. Erwartungen zufolge   Produktion erwartet wird.   Jahr 2018 stiegen auf durchschnittlich 32,4 EUR je MWh für
 sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern   wird mit einem weiteren Rückgang auf 5,5 % für das Jahr   Grundlast  und  40,5 EUR  je  MWh  für  Spitzenlast.  Im  Jahr
 kontinuierlich normalisiert.   2018 gerechnet.   Die  Gaspreise  im  österreichischen  Spotmarkt  notierten   2016 lag der Forward für 2017 durchschnittlich bei 29 EUR
           2017 durchschnittlich mit 18 EUR je MWh und liegen da-  je MWh Grundlast und 35 EUR je MWh Spitzenlast.
 Auch in einem Großteil der EU-Länder und im Euroraum   Im Umfeld aus leicht steigenden Preisen für Mineralölpro-  mit über dem Niveau des Vorjahres von 14 EUR je MWh.
 blieb die wirtschaftliche Dynamik 2017 hoch. Nach derzei-  dukte und anziehender Konjunktur sollte sich der Preisauf-  Der durchschnittliche Terminpreis betrug ebenfalls 18 EUR   Die  Notierungen  am  Terminmarkt  zu  Jahresanfang  2018
 tigen Prognosen  liegt  das  jährliche  Wirtschaftswachstum   trieb wieder verstärken. Für die Periode von 2018 bis 2022   je MWh, der Tiefststand war mit rd. 16 EUR je MWh im Juli   lassen  eine  weiter  anhaltende  Erholung  der  Strompreise
 im  Euroraum  für  2018  bei  rd.  2,1 %  nach  2,2 % im Jahr   wird  in  Österreich  mit  einer  Inflationsrate  von  durch-  zu  verzeichnen.  Ende  November  betrug  der  Preis  rd.   erwarten.  So  lag  der  Börsenpreis  für  Grundlast  zur  Liefe-
 2017. Die Inflationsrate stieg im Euroraum Anfang 2017 im   schnittlich knapp 2,0 % gerechnet.    19 EUR je MWh.   rung in 2019 bei rund 35 EUR je MWh bzw. für Spitzenlast
 Wesentlichen  aufgrund  der  Energieverteuerung  deutlich   bei ca. 44 EUR je MWh. Zu den Faktoren, die auf eine nach-
 und lag Ende des Jahres 2017  bei rd. 1,4 %. Die Europäi-  Die Preise für Steinkohle lagen im Geschäftsjahr 2017 mit   haltige  Stabilisierung  der  Strompreise  hindeuten,  zählen
 sche  Zentralbank  plant,  das  Volumen  ihres  Anlei-  Energiewirtschaftliche   durchschnittlich  73 USD  je  Tonne  deutlich  über  dem   die  im  Kontext  der  Klimaschutzbemühungen  erwartete
 henankaufprogrammes ab 2018 weiter zu verringern. Der   Rahmenbedingungen   Durchschnittspreis des Vorjahres von rd. 57 USD je Tonne.   Stilllegung  weiterer  Kohlekraftwerke  sowie  das  positive
 Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt seit März 2016   Der  weltweite  Kohlemarkt  wird  derzeit  vor  allem  durch   konjunkturelle Umfeld in den meisten EU-Ländern. Außer-
 auf  einem  historischen  Allzeittief  von  0,0 %.  Mittelfristig   Österreichweit  ist  der  Stromverbrauch  im  Jahr  2017  ge-  eine  starke  Nachfrage  im  asiatisch-pazifischen  Raum  ge-  dem ist davon auszugehen, dass die Ende 2017 beschlos-
 rechnen  Ökonomen  und  Finanzexperten  aufgrund  stei-  genüber  dem  Vorjahr  um  1,4 %  auf  insgesamt  71,1 TWh   prägt. Der Preis für Steinkohle beträgt derzeit rd. 88 USD je   senen  Reformmaßnahmen  für  den  EU-weiten  Emissions-
 gender Inflationsraten und mäßiger Konjunkturängste mit   gestiegen. Erzeugungsseitig legte die erneuerbare Energie   Tonne.   handel ab 2020 bereits im Vorfeld zu einem Anstieg des
 einem sukzessiven Anstieg der Zinskurve. Das allgemeine   in Österreich weiter zu. So wuchs die installierte Windkraft-  CO2-Zertifkatepreises  führen  werden.  Vor  diesem  Hinter-
 Zinsniveau sollte im historischen Vergleich aber weiterhin   leistung um 196 MW auf nunmehr 2.844 MW.   Die  Preise  im  europäischen  Emissionshandel  bewegten   grund kann erwartet werden, dass sich die Wirtschaftlich-
 sehr niedrig bleiben.   sich  2017  mit  durchschnittlich  5,8 EUR  je  Tonne  CO2  um   keit der Wasserkraftwerke der KELAG nach einer mehrjäh-
 Der  landesweite  Erdgasverbrauch  stieg  im  Berichtszeit-  knapp  9 %  über  dem  Preisniveau  aus  2016.  Steigende   rigen  durch  rückläufige  Strompreise  geprägten  Phase
 Im  dynamischen  internationalen  Umfeld  hält  der  Auf-  raum um 12,0 % gegenüber dem Jahr 2016. Verantwortlich   Preise  für  Brennstoffe  und  CO2-Emissionsrechte,  die   wieder verbessern wird.
 schwung in der exportorientierten österreichischen Wirt-  dafür  sind  die  geringfügig  kühlere  Witterung  in  einigen   Schließungen  weiterer  konventioneller  Kraftwerke  sowie
 schaft  an,  welche  sich  derzeit  in  einer  sowohl  von  der   Monaten  sowie  der  gestiegene  Einsatz  von  Gaskraftwer-
 inländischen als auch der ausländischen Nachfrage getra-  ken.




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