Die Kärntnerin Magdalena Lobnig (18) rudert auf Erfolgskurs im Doppelzweier und Doppelvierer Boot. Wir haben uns für Sie mit dem Nachwuchstalent über den Rudersport und ihre Träume unterhalten…
Magdalena Lobnig über…
…ihre Begeisterung zum Rudern
Es ist schön übers Wasser zu gleiten und die Ruhe zu spüren, aber gleichzeitig durch eigene Kraft vorwärts zu kommen. Diese Sportart betreiben nicht viele Leute. Es ist halt einmal etwas ganz Anderes und das macht es so besonders für mich. Bei einem Ruderbewerb über 2000 m wird dem Körper alles abverlangt, es kann zu extremen Erschöpfungszuständen kommen. Ich finde es aufregend, seine Grenzen immer wieder neu zu definieren.
…ihren Part im Boot
Ich bin meistens die „Schlagfrau“ und trage dabei viel Verantwortung. Als Schlagfrau gebe ich das Kommando, muss die Richtung steuern, auf den Rhythmus achten und darauf, dass es ruhig ist im Boot. Das hat sich irgendwann zufällig ergeben, aber ich denke, mir liegt diese Aufgabe recht gut.
…die Stimmung im Boot
Die muss passen! Sonst läuft das Boot im wahrsten Sinne des Wortes nicht rund. Wenn in einem 4er Boot die Harmonie nicht stimmt, können selbst die besten Sportler keine gute Platzierung erreichen. Flexibilität und Teamwork sind absolutes Muss.
…ihre Person
Groß, kritisch, oft gut drauf. Ich habe einen starken Willen und bin immer wieder neugierig zu sehen, was ich leisten kann. Sich ständig neu zu überwinden und an seine Grenzen zu gehen, finde ich sehr spannend. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, ziehe ich das auch durch.
…ihre Vorbilder
Z. B. Hermann Maier, weil er nach seinem Motorradunfall ein schönes Comeback feiern konnte. Jetzt nach Olympia natürlich Mirna Jukic und Michael Phelps. Es fasziniert mich zu sehen, wie Leute, die schon einmal ganz unten und kurz vor dem Aufhören waren, solche Erfolge verzeichnen können. Das hat mir persönlich sehr geholfen, weil ich eine Zeitlang ein geschwächtes Immunsystem hatte und oft krank war.
…über das Aufhören
Ich stand schon vor der Entscheidung: Weitermachen oder alles aufgeben? Der Stress vor der Matura und das anstrengende Training waren kurzfristig zu viel für meinen Körper. Ich habe mich aber fürs Weitermachen entschieden und nie bereut. Jetzt ist alles wieder im Lot und ohne den Rudersport könnte ich ohnehin nicht leben.
…ihre Erfolge
Mit 14 habe ich im Doppelvierer den Schulcup gewonnen. Danach war die Motivation grenzenlos. Weitere Erfolge: 2006 Junioren WM in Amsterdam, 3. Platz; 2007 Junioren WM in Peking, 5. Platz; 2008: Silber bei der WM in Linz-Ottensheim.
…ihre Träume
Auf alle Fälle habe ich gelernt, dass Gesundheit das Allerwichtigste im Leben ist. Wenn man krank ist, steht alles still. Daher wünsche ich mir für die Zukunft gesund zu bleiben und einen interessanten Beruf zu haben. Ich denke zum Beispiel an ein technisches Studium und für ein Jahr nach Frankreich zu gehen, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern.
Mein Herzenswunsch ist, den Rudersport bekannter zu machen und für positives Image zu sorgen. Rudern ist leider ein Stiefkind, nicht nur in Kärnten. Nächstes Jahr möchte ich die Qualifikation für die U23 Weltmeisterschaft in Tschechien schaffen.
…Kärnten Sport
Es ist super, dass es eine solche Institution gibt. Es ist sehr schwierig im Rudersport überhaupt gesponsert zu werden, weil es an Bekanntheit mangelt. Außerdem ist das Ganze sehr kostspielig.